Ich meine, was soll man davon halten, wenn da steht: den Teil zwischen x und y immer wiederholen. Dann bedeutet das doch, dass man den anderen Teil – den zwischen y und z – nicht wiederholt, sondern hübsch am Reihenende anschließt.
Leider funktioniert das Ding so ü-ber-haupt-gar-nie-nicht. Das hab ich aber erst akzeptiert, nachdem ich es zum vierten Mal – inzwischen nach einer angeblich korrigierten Fassung aus dem Internet angeschlagen hatte. Da war ich dann schon schwer am Kochen. Zusätzlich hatte ich nämlich dazwischen noch ein paar andere Muster aus dem Buch versucht, die denselben Fehler aufwiesen: Sie nur im sogenannten Mittelteil zu wiederholen und die anderen Teile nur am Reihenanfang bzw. –ende zu verwenden, klappte nicht. Waaaahhhh!!!
Wutschnaubend ging ich dann erst mal ins Bett. Erst am nächsten Tag hatte ich wieder die Nerven, um in meinem geliebten Fanderl-Buch nachzuschauen, ob ich vielleicht ein ähnliches Muster finde. Stattdessen fand ich was viel Besseres: dasselbe Muster. Und diesmal mit der richtigen Anleitung.
Trotzdem hatte mich der ganze Prozess so weit erschöpft, dass das Projekt nur zäh voranschritt. Und dann, ich war grade mal paar Reihchen weit gekommen, die Katastrophe: ich verstrickte mich, ließ beim Zurückstricken 2 Maschen verschwinden und stand dann vor dem Nichts. Vor dem Nichts mit 20 Maschen statt mit 22.
Ich habe erst mal gründlich durchgeatmet. Und weil ich eine Frau von starken Entschlüssen bin, das ganze Ding aufgetrennt. Ich glaube, zum siebten Mal. Und dann habe ich ganz einfach eins meiner Lieblingsmuster aus meinem japanischen Musterbuch angeschlagen.
Jetzt bin ich schon 15 cm weit und immer noch glücklich.
Was es letztlich werden soll, wird übrigens demnächst verraten!
Sie sind aus selbstgefärbter Wolle in sehr schönen Tönen – taubenblau, grafitblaugrau, königsblau und dunkles Preußischblau. Die Wolle (reines Merino) ist weich und hat die typische Strumpfwollendicke.
Bei solchen Sachen merkt man dann auch wieder, dass Stricken eigentlich beruhigt ...
Aber genug gebildert. Wir gehen jetzt erst mal essen. Wer in München oder in der Nähe wohnt, sollte das auch tun, und zwar da. Ein wirklich außergewöhnlich gutes Essen, das eine sehr spezielle Küche bietet – und ich war schon in ein paar indischen Lokalen.
In diesem Sinne: Guten Appetit!
