Samstag, 29. Dezember 2007

Ein Virus geht um ...



... aber das ist natürlich nichts Ungewöhnliches. Viren gehen alle naselang um, vor allem in der kalten Jahreszeit.

Ich will mich da auch gar nicht weiter hervortun - der Virus, der mich erwischt hat, ist schließlich besonders unter Strickerinnen sehr verbreitet und trägt den schönen Namen Virus confuso (lat: fusus - die Spindel). Mit anderen Worten: Ich hab die Spinnerei.

Tja, nun hat's auch mich endlich erwischt, und ich bin schon gespannt, wie lange mich dieser Virus in seinen Klauen halten wird. Manche lässt er recht schnell wieder los, andere hingegen müssen lernen, damit zu leben - für immer. Da mich die Infektion momentan über alle Maßen entzückt, hoffe ich heimlich, dass ich zu jenen schwer Behandelbaren zähle, die sich ihr Leben mit dem Virus einrichten müssen. Sagt es aber nicht weiter!

Die ersten Symptome erscheinen noch gar nicht so schlimm. Da wären eine Kirschholzspindel von Schönwolff, ein paar Stränge Kammzug von meiner Freundin Monika, und die Spinnanleitung von Ulrike Bogdan. Außerdem habe ich bereits einen AWA erlitten (Außerordentlicher Wutanfall), komplett mit SIDEP (Spindel in die Ecke pfeffern) und EDKT (Eimer durch Küche treten - ich empfehle hierfür den vielseitig nutzbaren Bioeimer von Waschbär, allerdings das Vollplastik-Modell ohne Muster und außerdem leer).

Das alles ist vielfacher Erfahrung nach therapierbar mit dem bewährten Dreifach-T (TrainingTrainingTraining). Zumindest laut Berichten von Betroffenen.

Schlimmere Symptome wie TSOP (Tagelanges Spinnen ohne Pause), ARW (Anhäufen riesiger Wolllager) oder gar SBAK (Spinnen bis der Arzt kommt) sind bisher noch nicht aufgetreten. Das heißt natürlich gar nichts. Kann jederzeit kommen.

Ich bin jedenfalls auf alles gefasst. In der Zwischenzeit verlasse ich mich aufs dreifache T und auf meinen Humor. Der hilft letztlich sogar bei schweren AWAs.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Wir meistern die Zeit vor Weihnachten ...


... wie nur Strickerinnen es können! Das sagt jedenfalls die letzte Umfrage vom Wollmops.
Anstatt in Panik auszubrechen (das leisten sich nur 16 Prozent), bleibt die Mehrheit (mit 37 Prozent) cool und beglückt, obwohl niemand dergleichen erwartet, die nicht-strickende Bevölkerung zum Weihnachtsfest mit Gestricktem. (Wie selbige Bevölkerung darauf reagiert, wurde hier vorsichtshalber nicht abgefragt.)
Ein weiterer großer Prozentsatz der Befragten bleibt genauso cool, hat sich jedoch aus dem Weihnachtsgeschäft zurückgezogen und strickt nur noch für sich selbst. (Womöglich in weiser Voraussicht, siehe vorherige Klammer.)
4 wild entschlossene Prozent stricken nur noch für den Weihnachtsmarkt, 4 noch wilder entschlossene hören ganz damit auf und suchen ihr Heil in der Plätzchenbäckerei.
Ganze 9 Prozent schließlich haben das, was wir anderen Weihnachten nennen, völlig verdrängt und genießen dank dieser doch sehr üblichen Traumabewältigungsmethode gnadenvolle Unwissenheit: Sie haben vergessen, wann Weihnachten überhaupt stattfindet. Halleluja!
Der Wollmops selbst gehört, wie wir seit dem Blogartikel Weihnachtswahnsinn wissen, zu einer in der Umfrage nicht dokumentierten Kategorie: Keiner erwartet was, alle kriegen was, der Wollmops kollabiert am 23. unter dem noch nicht fertig geschmückten Christbaum. Na ja, jede/r, wie er muss.
--------------------------------
Wieder bedankt sich der Wollmops ganz herzlich bei allen Abstimmerinnen (und womöglich auch Abstimmern) - die nächste Umfrage ist schon in der Mache und erscheint noch pünktlich vor Silvester. Pünktlich? Na klar, denn diesmal dreht sich alles um die guten Strick-Vorsätze fürs Neue Jahr!

Sonntag, 23. Dezember 2007


Liebe Stricker/innen,
bevor ich jetzt zu Sessel am Kamin, Katzen und Weihnachtsbaum aufbreche, wünsche ich Euch wunderbare Weihnachten, erholsame Feiertage und viele Wollknäuel, die nur darauf warten, von Euch verstrickt zu werden.
Lebt froh und verstrickt!
Der Wollmops

Freitag, 21. Dezember 2007

Weihnachtswahnsinn


Ganz klar, in meiner Weihnachtsumfrage fehlt eine Option, nämlich: Ich stricke wie eine Irre, verheddere mich dann vor lauter Hektik in meinen Projekten und kann am Fest nicht teilnehmen, weil ich die Hälfte nicht fertig habe >:-[]
Na ja, fertig werden die Sachen zwar schon, aber wie, das ist eine ganz andere Frage! Im Bild seht Ihr das letzte Projekt für und vor Weihnachten, und zwar bereits den 4. (in Worten: vierten) Anlauf dazu. Was einmal eine Mütze werden soll - pikanterweise innerhalb der nächsten eineinhalb Tage - sträubt sich nach Kräften.
Zuerst hat das Zopfmuster unerfreuliche Wellen im Rand geschlagen (ich stricke ja noch nicht so lange Zöpfe und weiß über manche Tücken einfach nicht Bescheid), dann hab ich bei einer Zopfstelle das Überkreuzen vergessen (was zu dem feierlichen Versprechen an mich selbst führte, hinkünftig Zöpfe nur noch mit Maschenmarkierern zu stricken, egal, wie simpel sie scheinen mögen), als Nächstes fand der plötzlich unerwartet kritische Mann an meiner Seite die dezente Restwellung vom Zopfmuster für eine Männermütze zu unmännlich (überflüssig zu sagen, dass er jetzt auf sein gestricktes Weihnachtsgeschenk bis Ostern warten kann - mindestens!) und jetzt schließlich: der vierte Anschlag. Der vierte Anschlag auf meine Nerven.
Glücklicherweise bin ich mit ausreichend verbissenem Durchhaltevermögen ausgestattet, um derlei verstrickten Alltagsperfidien zu begegnen. Wie - das hatten wir bereits - ist eine ganz andere Frage. Aber die stelle ich mir erst nach dem Fest, wenn alle glücklich in ihren Mützen und Socken stecken und ich gemütlich unter einer Decke neben dem Kachelofen, mit einer Katze auf dem Schoß.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 51/2007


Diese Woche fragt das Wollschaf:

Ich habe Probesträngchen der Wollmeise sowie Strängchen aus Sockenwollresten in meiner Wohung verteilt. Außerdem habe ich mir aus Minisocken eine Girlande gemacht. Es soll ja auch Leute geben, die Wollknäuel und Stricknadeln arrangieren....Wie ist das bei euch - dekoriert ihr eure Wohung hobbymäßig?
Vielen Dank an Steffi für die heutige Frage!
---------------------------
Der Wollmops hat überlegt, gegrinst und sagt dazu:
Schon an meinem Grinsen ist zu sehen, dass meine Wohnung bisher strickdekorationsfrei ist. Das liegt sicher auch daran, dass ich sowieso zum Befüllen neige: Überall bleibt irgendwas hängen von dem, was ich gerade tue. Würde ich da auch noch absichtsvoll zu Werke gehen, wär bald keine Fläche mehr frei.
Der Gedanke an ein geschmackvolles Arrangement aus verschlungener Handspinnwolle mit demonstrativ reingekreuzten Jackennadeln bringt mich einerseits zum Lachen, aber ich kann's mir auch richtig schön vorstellen, z.B. auf einem Pflanzenpodest. Auch eine Wolllandschaft unter Glas, verstaut in einem dieser Couchtische, die so einen doppelten Boden haben, den man von oben besichtigen kann, gefiele mir gut. Und wo wir schon davon reden: Stellt Euch mal eine Wandfläche vor, wie ich sie hier zufällig frei habe, 2 auf 2 Meter, von einer Leiste oben hängen Wollfäden jeder Stärke und Farbe, und hin und wieder ist eine Nadelspielnadel dazwischen geknotet ...
Ja, nicht übel. Ich glaube, das sollte ich mir echt mal überlegen.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Wie alles begann - Folge 1



Ich weiß, ich hätte Euch auf dem Laufenden darüber halten müssen, was beim Zopfpullover so alles abgegangen ist, aber irgendwie hab ich es versäumt, Euch von meinen Fortschritten zu berichten.

Stattdessen platze ich jetzt damit heraus: Der Pullover ist fast fertig. Seit Wochen schon! Jetzt fehlen noch Spannen, Zusammennähen und Kragenanstricken, aber vor lauter Plätzchenbacken komme ich an den Wochenenden nicht dazu. Ich kann's kaum glauben - mein erster richtiger Pullover. Schließlich kann mein Pullunder vor 20 Jahren, den ich gerade wie einen Schal und glattrechts hochstrickte und zu guter Letzt an den Seiten irgendwie zusammenstichelte, kaum zählen. Damals hätte ich mir nie träumen lassen, dass aus meinen Nadeln jemals ein richtiger Pullover fließen würde.
Aber bis vor zwei Jahren hätte ich mir ja auch nicht vorstellen können, dass ich es je zur Sockenstrickerin bringen würde. In der Tat kam's nur deshalb dazu, weil ja irgendwer in der Familie das Amt meiner verstorbenen Großmutter antreten musste, die uns jahrzehntelang zu Geburtstagen und Weihnachten mit handgestrickten Strümpfen versorgt hatte. Aufdrängen dürfen hätte mir dieses Amt niemand. Aber die Stelle war frei, und keiner riss sich darum. Also fing ich heimlich an Socken zu stricken.

Die erste Ferse war furchtbar. Nicht, weil sie misslang, sondern weil ich nicht wusste, wie man Fersen strickt. Das lernte ich mühsam aus einem Buch. Und dann noch mal richtig aus dem genialen Fotoworkshop von Brigitte Gsänger (zu finden in den FAQs der Bastel- und Hobbykiste), diesmal gleich als Bumerangferse.

Sofort hatte ich entdeckt, dass es noch andere Wollen gab als die einfarbigen Schachenmayr-Knäuel, die meine Großmutter immer verarbeitete. In ihren letzten Jahren, als sie nur noch sehr schlecht sah, fiel nach vielen dunkelblauen und lila Socken sogar die Farbe weg. Jetzt waren unsere Socken nur noch tweedweiß, also creme mit irgendwelchen winzigen Farbsplittern drin, oder gleich grau (für ihren Sohn, meinen Vater). Immer wieder mal frage ich mich beim Sockenstricken, ob meine Großmutter einfach kein Interesse an Abwechslung hatte oder was sonst die Gründe für die ewige Einfarbigkeit ihrer Socken waren. Einmal, das werde ich nie vergessen, gab es was ganz Unerhörtes: Ringelsocken. In der für mich fürchterlich anzuschauenden Kombination schwarz-feuerrot-giftgrün. Ich war, damals irgendwo um die 20, wahrhaftig sprachlos.
Ähnliches kam tatsächlich nie wieder vor. Ich bereue, dass ich meine Großmutter nie gefragt habe, wie sie genau zum Sockenstricken stand, ob es ihr wirklich Spaß machte oder einfach schön als Geschenk war, ob ihr Fernsehen ohne gleichzeitiges Stricken ein Gräuel war und wie und wann genau sie damit angefangen hatte. Ich vermute mal, in ihrer Jugend, aus ganz praktischen Gründen. Aber obwohl meine beiden Großmütter harte Zeiten durchlebt hatten, war die Mutter meiner Mutter nie zur Sockenstrickerin mutiert, sie strickte nur ab und zu mal einen Pullover, und das auch eher nebenbei.

Durch ihre Sockenstrickerei besaß meine Großmutter aus meiner Sicht eine Art Familienmonopol auf eine der geheimnisvollsten Handarbeitstechniken, die ich damals kannte. Socken stricken, das kapier ich nie - so viel stand für mich fest. Aber als meine Großmutter starb, war es plötzlich doch so weit. Ich wollte das Geheimnis ergründen!
Inzwischen stricke ich Socken im Schlaf. Anfangs ausschließlich aus den selbstmusternden Wollen, mittlerweile sogar manchmal aus Uni-Farben, die mir zuerst so langweilig vorkamen. Vielleicht fand meine Großmutter sie ja ebenfalls nicht langweilig, vielleicht ging sie einfach im Stricken auf, konnte sich dabei entspannen, den Fortschritt an der Arbeit genießen, ihre Hände in Bewegung halten und den Geist zur Ruhe bringen.
Ob sie je damit gerechnet hat, dass ausgerechnet ich die Strumpfnadel übernehme? Wohl kaum. Aber mir gefällt der Gedanke, dass sie sich darüber gefreut hätte.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Verstrickter Alltag


In meinem Alltag als Werbetexterin und Lektorin gibt es nur weniges, was ich nicht mag. Das meiste liebe ich: Das wochenlange Herumfeilen an 700-Seiten-Schmökern, das Betexten von Firmenphilosophien oder Produkten, die spannenden Gespräche mit Kunden und Cheflektoren. Aber wenn du ständig auf der Suche nach dem richtigen Wort bist, kannst du einfach nicht nebenher stricken. Und das ist wirklich ein großer Nachteil!
Leider ist mir bisher noch nicht eingefallen, wie ich diesem Nachteil begegnen könnte. Und das, obwohl mir die von mir bearbeitete bzw. verschlungene Literatur doch genügend Anregungen bietet! Zum Beispiel könnte ich mir eine gepflegte Mehrfachpersönlichkeit zulegen, wie sie unsinnigerweise auch den unzähligen Serienkillern diverser Bücher angedichtet wird, und meine eine Persönlichkeit stricken lassen, während die andere arbeitet. Oder sollte ich mir vielleicht zusätzliche Arme und ein Augenpaar dranklonen lassen? (Dazu muss man wissen, dass ich auch leidenschaftlich gern gute Science Fiction lektoriere und lese.) Oder ich errichte, frisch nach dem nächstbesten Frauenroman, gleich mein eigenes kleines Strickimperium, lasse ein paar Strickmaschinensklavinnen für mich schuften und texte nur noch meine eigene Werbung. Wenn ich nicht gerade einen neuen Cardigan designe.
Tja. Dummerweise klingt das alles nach typischer Romanhandlung, was Reelles ist da nicht in Sicht. Dann werde ich wohl weiter versuchen müssen, berufliche und private Leidenschaften irgendwie nebeneinander auszuleben. Aber vielleicht ist ja irgendwo da draußen jemand, der schon weiß, wie's besser geht. Bitte beim Wollmops melden!

Dienstag, 11. Dezember 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 50/2007


Heute will das Wollschaf wissen:
Hast du ein "Geheimrezept" für deine Socken - falls du Socken strickst ? Und wenn ja wie lautet es ? Es gibt ja viele Anleitungen für Socken und mindestens genauso viele verschiedene Füße, breite, schmale, hoher Spann, dicke Waden usw usw. Mich würde interessieren wie du den verschiedenen Anforderungen gerecht wirst!
Vielen Dank an Bianca für die heutige Frage!
-----------------------
Der Wollmops hat überlegt und sagt dazu:
Mein Rezept ist ganz simpel, weil ich bisher auch immer ganz simple Socken gestrickt habe. Dafür haben bisher alle immer gepasst. Den Schaft stricke ich schlicht in 3 re, 2 li, schwinge mich um eine glatt rechts gestrickte Bumerangferse und stricke dann die Sohle glatt rechts, die Oberseite meist im Schaftmuster weiter. Die typische Bändchenspitze (so heißt das, glaub ich) rundet die Socke ab. Fertig. Durch die Kombi von Schaftmuster und glatt rechts am Fuß passt sich die Socke irgendwie jedem Fuß gut an.
Schöner finde ich die tollen Drachenmuster- und Wiesiealleheißen-Teile natürlich auch, aber so weit bin ich eh noch nicht. Insofern sitze ich ganz entspannt an meinen Simpelsocken. :o)

Sonntag, 9. Dezember 2007

Am liebsten stricken wir ...


...beim Fernsehen, wie's aussieht. Das sagt uns jedenfalls die Wollmops-Umfrage "Wo/wann strickst du am liebsten", bei der 38 StrickerInnen abgestimmt haben. Ganze 23 von den 38 begeistern sich fürs Stricken vor der Mattscheibe - die damit den eindeutigen Sieg davonträgt.

Die mittleren Plätze teilen sich interessanterweise Hörbuch/ Radiowortbeitrag (14 Stimmen) und Ganz allein, still und meditativ (13 Stimmen). Diese konzentrierte Variante bildet einen überraschenden Kontrastfaden zum eher beiläufigen Charakter der anderen Alternativen.

Eher unter "ferner liefen" sind Zu Musik mit 4 Stimmen und Wenn ich mit anderen zusammensitze, die nicht stricken mit 2 Stimmen zu finden, aber auch In Gesellschaft anderer StrickerInnen mit 7 Stimmen. Letzteres vielleicht auch deshalb, weil man dazu ja doch eher selten kommt, selbst wenn man einen eigenen Stricktreff hat.


Mir persönlich zum Beispiel ist der Live-Zusammenstrick noch fast gar nicht untergekommen, jedenfalls nicht in organisierter Form. Ich stricke sehr gern zum Fernsehen oder Hörbuch, oder wenn ich mit anderen zusammensitze, die nicht im Traum dran denken würden, die Nadeln zu schwingen. Etliche Freundinnen haben schon die Brauen gehoben, wenn ich im Café auf einmal irgendwelche Socken neben der heißen Schokolade platzierte und dem Klappern von Löffeln und Gabeln das meines Nadelspiels hinzugesellte.
Im Übrigen empfehle ich auch, das Strickzeug bei Treffen mit nicht ganz so netten Menschen dabeizuhaben. Gesprächspausen lassen sich so nämlich ganz elegant überstricken.

--------------------

Der Wollmops bedankt sich vielmals bei allen, die bei seiner ersten Umfrage mitgemacht haben! Schon hat ihn wieder die Neugier gepackt - und Ihr seid alle herzlich eingeladen, sie zu stillen.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Wenn sich Leute für dich reinhängen ...



... dann ist das oft ein herzerwärmendes Erlebnis.

Ihr erinnert Euch doch: da war dieser Caldo-Pullover, den wir als Drillingspullover für den Schneeköniginnen-Auftritt in der Fußgängerzone Münchens geplant hatten, Patrizia, Regina und ich.

An sich hätte es damit keine Schwierigkeiten geben dürfen - wenn da nicht die Sache mit der Wolle gewesen wäre. Für alle, die's noch nicht wussten: Caldo läuft aus. (Aber was red ich da - wahrscheinlich wussten das eh alle schon längst. Also ... alle außer uns.)

Dass Caldo kaum noch zu kriegen ist, merkten wir recht schnell, als wir in Wollläden nachfragten und in immer panischerer Manier das Internet durchkämmten. Caldo? In unseren Farben? Nix da.

Aber dann trat das Haus der Wolle zu Mainz in unser Leben. Die Dame am Telefon war nicht nur sehr hilfsbereit, sondern kicherte auch mit mir über das Münchner Chaos - Regina und ich hatten es doch glatt fertiggebracht, unabhängig voneinander für Patrizia Wolle mitzubestellen. Bis endlich alles passte, zeigte sie viel Geduld, Humor und Einsatzbereitschaft.

Jetzt ist das Riesenwollpaket wohlbehalten und obendrein mit Nikolausgeschenken gespickt bei uns eingetroffen, und das "Caldo-Nest München" sagt vielen Dank ans Haus der Wolle!

Dienstag, 4. Dezember 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 49/2007


Heute fragt das Wollschaf: Probierst Du gerne neue Anleitungen aus oder hast Du Lieblingsmodelle (Pullover, Socken, Tücher etc.), die Du im selben Muster, aber aus unterschiedlichen Garnen immer wieder strickst?
Vielen Dank an Tammina für die heutige Frage!
-------------------------
Der Wollmops hat überlegt und sagt dazu: Sowohl als auch! Ich liebe meine Stulpen, ein ganz schlichtes Modell aus Sockenwolle, die ich wie meine Socken 3 rechts, 2 links stricke - das kennt Ihr ja nun schon. Desgleichen meine Sockenstrickerei. Es ist, als könnte ich davon niiiiieee genug kriegen.
Andererseits - wie könnte ich dem Reiz des Neuen widerstehen? Ich liebe es, neue Modelle zu entdecken, und wie Ihr wisst, hab ich ja da auch noch einiges vor mir! Zöpfe komplizierterer Bauart, Socken in aufregenden Mustern, ein Laceschal ... Die Spielwiese scheint ja fast unendlich! Manchmal frage ich mich da schon, wie man überhaupt jemals genug kriegen kann vom Entdecken und Nachstricken! Aber da ich vor meiner Werbetexterei als Künstlerin unterwegs war, will ich's natürlich auch mal zu eigenen Designs bringen ...
Stricken - eine Welt für sich. Nehmen wir also, liebe Mitnadlerinnen, ein Bad im Glitzermeer der Möglichkeiten!

Sonntag, 2. Dezember 2007

Stulpenkreuzung


Ich stehe an der Stulpenkreuzung und schaue nach links und nach rechts. Super, die Stulpen sind fertig, und ich bin mächtig stolz drauf. Die Anleitung verdanke ich übrigens der freundlichen Zusendung von Marianne, die mit einigen anderen diese prächtigen Handwärmer 2006 im Knitalong gestrickt hat. Gegen 2 Euro (plus Porto) für die Frühchenstrickerei flatterte mir das Stulpenrezept ins Haus. (Wer's nicht so machen will, macht's anders und schaut auf Petras Originalanleitung, die ich erst später entdeckt habe.)
Ja, und nun? Weihnachten naht, um nicht zu sagen, es droht! Wie jeder Strickerin, die sich vorgenommen hat, möglichst viele Leute mit tragbaren Maschen zu beglücken. Fürs Erste hab ich mich mit mir selbst auf Socken geeinigt. Geht schnell - die betreffende Person mag keine Zöpfe. Also flitze ich mit heißer Nadel durch die Wolle, wie schon so oft, und freu mich am Farbenspiel.
Socken stricke ich übrigens grundsätzlich mit Bumerang und, wenn es sich irgendwie ausgeht, im schlichten Falle als 3 rechts, 2 links.
Die Stulpen hingegen waren alles andere als ein Projekt für Blindstricken: schwierige Verzopfung im quasi-keltischen Bereich. Kompliziert war das Muster zwar eigentlich nicht, aber zig Nadelüberdreher hintereinander waren für mich doch eher neu und dementsprechend ... lästig. Ja, das trifft die Sache. Ständig im Kopf zu behalten, wo man sich grade befindet und ob man nun einen Rückwärts- oder Vorwärtsüberschlag vollführen muss, ist nicht völlig ohne.
Aber wie es mir so oft passiert, ist aus dem Stulpenprojekt auch ein Lernwunsch erwachsen: Ich möchte zu gern mal in die Aran-Strickerei reinschnuppern. Tja, wie segensreich, dass das mit Weihnachten nicht nur in eine Richtung funktioniert: Dieses Jahr wird das Christkind ein paar Strickbücher unterm Baum hinterlassen, glaub ich.

Donnerstag, 29. November 2007

Wenn ich morgens aufwache ...


Zurzeit muss ich, wenn ich morgens aufwache, als Erstes ans Stricken denken.
Woran stricke ich heute weiter, wie weit werde ich kommen, bevor mir am Abend die Nadeln aus der Hand fallen, schaffe ich heute die verschlungene Zopfpassage ... Es ist ein bisschen, als wäre man verliebt. Nein, nicht nur als wäre man: Hast du ein neues Projekt, das dich begeistert, bist du einfach verliebt.
Verliebt in das Neue daran, das sich kontinuierlich Entwickelnde, verliebt in das Wachsen und Gedeihen, in all die kleinen Entdeckungen, die du täglich verfolgen kannst. Verliebt in das Vergnügen, das es dir bereitet, verliebt in die Lust am Tun, verliebt in seine unzähligen Details.
Verliebt zu sein, hält dich neugierig und aufmerksam, optimistisch und unternehmungslustig. Tatsächlich würdest du am liebsten dauernd was mit dem Objekt deiner Begierde unternehmen, es anfassen, damit herumspielen, dich an seinem Anblick weiden.
Doch irgendwann ist aus diesem reizvollen Verhältnis ein Pullover, ein Stirnband, ein Paar Socken geworden. Das Neue daran ist verpufft, dein Strickstück ist fertig, und langsam lässt deine Verliebtheit nach.
Wie schön, wenn dann die Liebe dazu bleibt und dein Werk sein Leben lang begleitet.

Dienstag, 27. November 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 48/2007


Heute fragt das Wollschaf:
Liebes Wollschaf ,ich sitze hier vor meiner ersten IWK und würde gerne einen Pulli daraus stricken. Nun bin ich aber des Englischen nicht so mächtig, daß ich sofort losstricken kann.Nun meine Frage:Wie geht man bei einer fremdsprachigen Anleitung am besten vor? Wie machen das die anderen?
Vielen Dank an Susan für die heutige Frage!!
-------------------------
Der Wollmops hat überlegt und sagt dazu:
Auch ich halte es mit der genialen englischen Abkürzungsliste von Designeryarns - die hab ich irgendwann entdeckt, und beim ersten englischsprachigen Strickprojekt hab ich schon einiges draus gelernt. Wenn man allerdings Anfängerin ist, so wie ich das damals war, wird's schon ein bisschen mühsam: Erst mal die Abkürzung auf der Liste entschlüsseln, dann im Basisstrickbuch nachschauen, wie das, was da offenbar gemeint ist, überhaupt gemacht wird ... und dann auch noch machen. Autsch! Da rutschte so manche Masche von der Nadel.
Aber auch wenn es Kampf und Fingerkrampf bedeutet: Englische Strickbücher sind was Wunderbares. Und für alle, die den Aufwand scheuen, gibts ja gegen Aufpreis, z.B. bei Martina, auch immer wieder welche mit Übersetzung.
Ich rüste mich jedenfalls schon mal - zu Weihnachten wünsch ich mir nämlich Knitting over the Edge von Nicky Epstein.

Sonntag, 25. November 2007

Fertig und fertiger, sagte Alice



Also, das hat mich bisher wirklich fertiggemacht: diese Strickprojekte, die einfach nicht fertig werden wollen.

Na ja, was heißt da wollen - wer weiß schon, was Strickprojekte für Wünsche haben? Vermutlich gar keine. Andererseits verselbständigen sie sich vielleicht irgendwann, so wie andere Schöpfungen, wie Romanfiguren oder Bilder, denen man irgendwann nicht mehr den eigenen Willen aufdrängen, sondern denen man ihren Willen lassen muss. Entwickeln sie, statt sich ihren Anleitungen zu unterwerfen, womöglich absonderliche Vorstellungen davon, was sie mal werden wollen, wenn sie groß sind?

Auf jeden Fall entwickeln sie unangenehme Eigenschaften: Denn liegengelassene Strickprojekte sind ein bisschen wie Schulden. Immer wieder spürst du ein Zwicken im Nacken, das dich daran erinnert, dass da noch was zu bereinigen ist. Ein chaotischer Bereich, der nach Ordnung ruft. Aber natürlich braucht man Disziplin, um die Sache zu Ende zu bringen. Und dazu muss man sich überhaupt mal eingestehen, dass da was zu erledigen ist, muss das sorgsam Verdrängte zulassen, das Zwicken im Nacken akzeptieren.
Kurz: Sich dem Projekt wieder zuwenden, offen und freundlich, mit Liebe zum Werk.

Also habe ich mich jetzt entschlossen, abwechselnd immer an einem großen neuen Projekt zu arbeiten (und es fertigzustellen) und ein altes abzuschließen - so wie diesen Poncho für zu Hause. Kleine neue Projekte zu beginnen ist jederzeit erlaubt. Ich meine: Irgendwie müssen ja auch in Zukunft Projekte liegenbleiben können, damit ich sie hochdiszipliniert wieder aufgreifen kann.

Ja, ja, nicht nur fürs Stricken, auch fürs Leben lernen wir.

Mittwoch, 21. November 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 47/2007


Heute fragt das Wollschaf: ... als ich mich zu der Seite "Strickspiration" angemeldet habe, konnte man auch seine Strickerfahrung angeben. Weil ich mich damit etwas schwer getan habe, hätte ich folgenden Fragevorschlag: " Wie (und warum) würdest du deine Strickerfahrung beschreiben, wenn du nur folgende Antwortmöglichkeiten zur Auswahl hättest ?":
Anfänger

Fortgeschritten

Profi

absolute Expertin/ absoluter Experte

Vielen Dank an Sandra für die heutige Frage!!
--------------------
Der Wollmops überlegt und sagt dazu:
Da ich nun meine ersten Zopfmuster hinter mich gebracht habe, würd ich mich nicht mehr als unverstrickte Anfängerin bezeichnen. Aber was echte Profis oder gar absolute Expert/innen sind, das seh ich auf so manchem Blog! Mensch, was Ihr nicht alles könnt! Unglaublich! Auch ich möchte da gern mal hinkommen, dass ich Lochmuster selber entwerfe und ohne mit der Wimper zu klimpern Fair-Isle-Muster zu herrlichen Jacken verflechte.
Da hab ich noch einen langen Weg vor mir. Aber andererseits - was macht das? Das Schöne am Stricken ist ja grad das Stricken, und insofern ist wieder mal der Weg - das Ziel.

Sonntag, 18. November 2007

Dreierpullover


Gestern waren wir beim Koreaner essen. Im Seoul, hier in München. Und weil ich schon ahnte, dass wir auch übers Stricken reden werden, hatte ich die Filati Nr. 32 dabei. Vor allem eigentlich für Regina, die eine Jacke plant.
Allerdings stießen wir dann auf diesen Pullover aus Caldo. Weich, dicknadelig und einfach eine Augenweide mit seinem simplen, aber eindrucksvollen Muster. Je länger der Abend dauerte, desto öfter wurde diese Seite aufgeschlagen, Patrizia, Regina und ich durchforsteten die Strickanleitung, und allmählich machte sich eine Art Knitalong-Stimmung breit. Ergebnis: Wir beschlossen alle drei, uns diesen Pullover zu stricken.
Wahnsinn. Kaum hab ich vor ein paar Tagen endlich mal rausgekriegt, was ein Knitalong ist - hab ich auch schon einen. Hurra! Nicht nur mein erster Blog, sondern auch gleich mein erster Knitalong.
Für alle Nicht-Strickerinnen: bei einem Knitalong stricken alle Beteiligten das gleiche Projekt oder Muster, nur in jeweils eigenen Varianten.
Und wenn sich jetzt alle Nicht-Strickerinnen fragen, was das für einen Sinn macht ... könnte man natürlich antworten, dass es sehr praktisch ist, sich bei einem Projekt gegenseitig unterstützen zu können ... aber wir haben einfach beschlossen, dass wir nach Fertigstellung unserer Pullover quer durch die Fußgängerzone Münchens flanieren werden, stolz wie Schneeköniginnen, und uns von den japanischen Touris als Drillinge ablichten lassen.
Mal schauen, ob die uns das abkaufen.

Dienstag, 13. November 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2007



Heute fragt das Wollschaf:
Wie bist Du zum Bloggen, bzw. Bloglesen gekommen? Wie wurdest Du darauf aufmerksam? Kannst Du Dich noch erinnern welches Webtagebuch das erste war, das Du bewußt wahrgenommen hast? Vielen Dank Martina für die heutige Frage!
------------------------

O ja, ich kann mich erinnern, denn es ist gerade erst ca. 2 Wochen her: Ein libanesischer Musiker, Mazen Kerbaj, der für 2 Tage bei uns wohnte, weil er hier in München auf dem Ad-Hoc-Festival aufspielte, gab uns seine Blog-Adresse. Mazen spielt nicht nur brillant frei improvisiert Trompete , sondern ist auch noch ein toller Comiczeichner, dessen Bilder mich ganz verschieden ansprechen. Manche sind unglaublich witzig, manche erzählen von den Bomben in Beirut, manche sind einfach nur wunderschön.
Just zwei Tage davor hatte ich erstmals überlegt, zu bloggen, und nach der Begegnung mit Mazen war es beschlossene Sache!

Sonntag, 11. November 2007

Filz-it!


Ich stricke, also bin ich. Oder so ähnlich. Bei anderen ist das ja bekanntermaßen anders, zum Beispiel bei den Filzerinnen und Filzern. Die sind nicht glücklich, wenn sie nicht mit beiden Händen in seifiger Wolle wühlen können.
Hinter klitzeGROSS steht auch so jemand. Bei Monika gibt es alles vom kleinsten bis zum großen Filz, von der Babyrassel bis zum Sitzkissen. Da ich das Vergnügen habe, mit ihr befreundet zu sein, komme ich hin und wieder in den Genuss einer Live-Modenschau mit den neusten Kreationen. Filzketten, Haarbänder, Armbänder, Mützen und poppige Schlüsselanhänger kriege ich dann zu sehen.
Dann bedaure ich es schon ab und zu, dass ich nicht selber filze, sondern bloß stricke. Aber wenigstens werde ich jetzt für Monika meine Zopfmütze nachstricken, in einer anderen Farbe, weil sie ihr so gut gefällt. Das ist dann doch Balsam auf meine filzlose Strickerinnenseele.

Donnerstag, 8. November 2007

Der Bommel ist rund


Warum lieben Kinder Bommel? Warum finden auch Erwachsene sie niedlich oder gar schick?
Ehrlich: Ich weiß es nicht. Auch bei Wikipedia wird diese Frage nicht beantwortet - hier findet man unter dem Stichwort Pudelmütze aber immerhin die Auskunft, dass der Bommel Fellfrisuren ähnelt, wie sie am Pudel vorkommen. (Zumindest vorzukommen pflegten, heute hat man das ja nicht mehr so.) Auch als praktischer Haltepunkt für rasantes Mütze-vom-Kopf-Reißen ist er laut Wiki offenbar beliebt.
Nun ja. Der Duden erklärt, Bommel sei landschaftlich für Quaste - meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein typischer Fall von Knappdaneben, aber was soll's. In keinem Fall erfahren wir hier irgendwas über die Beliebtheit des Bommels. Also können wir nur spekulieren: Ist es das flauschige Gefühl, das einen beim Ergreifen des Bommels ergreift? Ist es die Rundlichkeit des Objekts, die uns im tiefsten Innern befriedigt? Ist es die schiere Sinnlosigkeit, die uns belustigt, wenn wir eine Reihe Bommel am Schal baumeln sehen?
Egal, was es ist, ich mache jedenfalls einen an die Mütze für mein Weihnachten im Schuhkarton.
Und egal, warum, er gefällt mir schon jetzt.

Dienstag, 6. November 2007

MützenIntermezzo


Die Nadel bringt es an den Tag: Das dritte aktuelle Strickprojekt ist eine Mütze. Schon längst fällig, habe ich endlich damit angefangen. In der Tat ist es allerhöchste Zeit, denn diese Mütze ist für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton bestimmt, und spätester Abgabetag ist der 17.11.

Also ruht der Pullover, die Handschuhe ruhen, alles ruht. Außer meinen Fingern, die sich in Fäden verstricken und in Nadeln verfangen. Habe ich die richtige Maschenzahl angeschlagen? Wird dem unbekannten Mädchen, das meinen Schuhkarton bekommt, die Farbe gefallen? Wird die Mütze nach zweimaligem Tragen ausleiern?

Fragen über Fragen. Faktisch lässt sich nur eines sagen: Diese Mütze zu stricken macht mir viel Spaß. Und vielleicht besteht ja eine kleine Chance, dass sie dem später damit bemützten Kind genauso viel Spaß macht wie mir. Würd ich mir jedenfalls wünschen.

Sonntag, 4. November 2007

Strick-Auf!


Und fertig ist das Rückenteil!
Wie man an selbigem ganz hervorragend erkennen kann, ist meine Stricke etwas unregelmäßig. Nur böse Zungen würden behaupten, das liege daran, dass ich noch nicht sooo lange stricke. Ich persönlich ziehe die Erklärung vor, dass die Wolle - Contiki - stark in sich variiert. Und dass das ja gerade den Reiz an der Sache ausmacht.

Heimlich verzehre ich mich schon länger nach einem Strickprojekt aus absolut glatter Wolle in Uni, bei dem ich zeigen kann, dass ich inzwischen schon wesentlich ausgeglichener stricke als vor zwei Jahren. Aber ständig funken mir wildfarbige Sockenwollen oder Garne wie Royal Tweed dazwischen, deren besondere Eigenart es ist, eher kruschelig als glatt zu wirken. Und natürlich daher besonders freundlich zu flauschen.

Tatsächlich spiele ich jetzt schon mit der Idee, mir einen Pullover aus Royal Tweed zu machen, denn diese Wolle ist wirklich ein Gedicht. Ein Gedicht aus reinem Merino.
Aber irgendwann werde ich es schon noch schaffen. Glatt, uni, makellos. 2015 wäre dafür vielleicht ein ganz gutes Jahr ...

Freitag, 2. November 2007

Zopflos

Ich weiß ja nicht, wie's Euch geht, aber ich kann nicht nur an einer einzelnen Sache herumstricken. Der Pullover zum Beispiel liegt auf Jackenstricknadeln, und die sind für manche Gegebenheiten einfach zu ausladend. Da freut man sich dann doch über ein erfrischendes kleines Nadelspielchen zwischendurch.
Momentan hab ich da den ersten Handschuh nach einer fantastischen Anleitung aus http://anleitungen.bestrickendes.de/ drauf, in den wunderschönen Herbstfarben einer Rödel-Wolle, wenn ich mich recht entsinne. Zurzeit habe ich zwar immer genügend Platz um die Ellenbogen für mein verzopftes Hauptstrickprojekt, aber man weiß ja nie, ob man nicht doch mal im Zug sitzt und dann froh ist um einen platzsparenden Alleinunterhalter, den man einfach aus der Tasche ziehen kann. Zumal man dieser Tage nicht weiß, wie lange man womöglich sitzen bleiben muss. Oder ob man überhaupt einsteigen darf.




Donnerstag, 1. November 2007

Zopfwachstum


Eigentlich unglaublich, wie schnell die Dinger wachsen, wenn man sie nur ein bisschen gießt und düngt. Kaum vergehen zwei Tage, hat man sich schon in Ärmelausschnittsnähe gestrickt. Vielleicht liegts ja nur an meiner mangelnden Erfahrung mit Pullovern, dass mir die Zeit jetzt so kurz vorkommt, respektive an der Kombi mit den dicken Nadeln, aber erfreulich ist und bleibt es!
Bisher verschwiegen habe ich übrigens, dass ich schon mal 20 cm hoch war und dann alles noch mal auftrennen musste - wieder mal die Strickschrift nicht genau genug gelesen. Lesen hilft? Ja, klar. Allerdings nur, wenn man nicht vor lauter Aufregung über das neue Projekt die Hälfte übersieht.
Na, soll nicht noch mal vorkommen. Ab jetzt inspiziere ich jede Strickschrift ganz genau. Und biete demnächst wahrscheinlich einen Kurs an: Strickschriften lesen - ein wolllustiger LeitFaden.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Weiterzopfen


Einmal in Zöpfe verstrickt, und es ist nie wieder gut zu machen.
Mein nächstes Projekt musste also unbedingt auch was mit zopfigen Windungen sein. Hoffentlich geb ich nicht zwischendrin auf - es ist immerhin ein Pullover. Und zwar aus GGHs Contiki. Statt für das rostige Bunte hab ich mich für bläuliche Grautöne entschieden und hoffe jetzt, dass der Zopf darauf genauso gut rauskommt.
Im Foto also die ersten Reihen. Zwischen den Maschenmarkern zu erahnen: die Zopf-Area. Im Hintergrund der Taschenrechner, nur vorsichtshalber, damit ich den Überblick nicht verliere. Man weiß ja nie.

Eingestrickt


Nach einem ersten Versuch mit einer Baskenmütze aus Strumpfwolle habe ich mich zu diesem Kronjuwel aufgeschwungen - mein erstes Zopfwerk überhaupt. Nach mehreren Stunden hartem Kampf mit der Strickschrift - einer wahren Schreckensschrift mit einem ganzen Haufen Fehler - machte es irgendwann Klick in meinem Kopf und die Maschen rollten nur noch so über die Nadeln.
Stricken ist einfach schön. Ob Bloggen noch schöner ist, wird sich in Kürze herausstellen. ;)
PS: Wer die Mütze aus Filati Accessoires Nr. 2 nachstricken und gleichzeitig alle Fehler vermeiden will, kann sich das Rezept gerne bei mir abholen!