Samstag, 29. Dezember 2007

Ein Virus geht um ...



... aber das ist natürlich nichts Ungewöhnliches. Viren gehen alle naselang um, vor allem in der kalten Jahreszeit.

Ich will mich da auch gar nicht weiter hervortun - der Virus, der mich erwischt hat, ist schließlich besonders unter Strickerinnen sehr verbreitet und trägt den schönen Namen Virus confuso (lat: fusus - die Spindel). Mit anderen Worten: Ich hab die Spinnerei.

Tja, nun hat's auch mich endlich erwischt, und ich bin schon gespannt, wie lange mich dieser Virus in seinen Klauen halten wird. Manche lässt er recht schnell wieder los, andere hingegen müssen lernen, damit zu leben - für immer. Da mich die Infektion momentan über alle Maßen entzückt, hoffe ich heimlich, dass ich zu jenen schwer Behandelbaren zähle, die sich ihr Leben mit dem Virus einrichten müssen. Sagt es aber nicht weiter!

Die ersten Symptome erscheinen noch gar nicht so schlimm. Da wären eine Kirschholzspindel von Schönwolff, ein paar Stränge Kammzug von meiner Freundin Monika, und die Spinnanleitung von Ulrike Bogdan. Außerdem habe ich bereits einen AWA erlitten (Außerordentlicher Wutanfall), komplett mit SIDEP (Spindel in die Ecke pfeffern) und EDKT (Eimer durch Küche treten - ich empfehle hierfür den vielseitig nutzbaren Bioeimer von Waschbär, allerdings das Vollplastik-Modell ohne Muster und außerdem leer).

Das alles ist vielfacher Erfahrung nach therapierbar mit dem bewährten Dreifach-T (TrainingTrainingTraining). Zumindest laut Berichten von Betroffenen.

Schlimmere Symptome wie TSOP (Tagelanges Spinnen ohne Pause), ARW (Anhäufen riesiger Wolllager) oder gar SBAK (Spinnen bis der Arzt kommt) sind bisher noch nicht aufgetreten. Das heißt natürlich gar nichts. Kann jederzeit kommen.

Ich bin jedenfalls auf alles gefasst. In der Zwischenzeit verlasse ich mich aufs dreifache T und auf meinen Humor. Der hilft letztlich sogar bei schweren AWAs.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Wir meistern die Zeit vor Weihnachten ...


... wie nur Strickerinnen es können! Das sagt jedenfalls die letzte Umfrage vom Wollmops.
Anstatt in Panik auszubrechen (das leisten sich nur 16 Prozent), bleibt die Mehrheit (mit 37 Prozent) cool und beglückt, obwohl niemand dergleichen erwartet, die nicht-strickende Bevölkerung zum Weihnachtsfest mit Gestricktem. (Wie selbige Bevölkerung darauf reagiert, wurde hier vorsichtshalber nicht abgefragt.)
Ein weiterer großer Prozentsatz der Befragten bleibt genauso cool, hat sich jedoch aus dem Weihnachtsgeschäft zurückgezogen und strickt nur noch für sich selbst. (Womöglich in weiser Voraussicht, siehe vorherige Klammer.)
4 wild entschlossene Prozent stricken nur noch für den Weihnachtsmarkt, 4 noch wilder entschlossene hören ganz damit auf und suchen ihr Heil in der Plätzchenbäckerei.
Ganze 9 Prozent schließlich haben das, was wir anderen Weihnachten nennen, völlig verdrängt und genießen dank dieser doch sehr üblichen Traumabewältigungsmethode gnadenvolle Unwissenheit: Sie haben vergessen, wann Weihnachten überhaupt stattfindet. Halleluja!
Der Wollmops selbst gehört, wie wir seit dem Blogartikel Weihnachtswahnsinn wissen, zu einer in der Umfrage nicht dokumentierten Kategorie: Keiner erwartet was, alle kriegen was, der Wollmops kollabiert am 23. unter dem noch nicht fertig geschmückten Christbaum. Na ja, jede/r, wie er muss.
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Wieder bedankt sich der Wollmops ganz herzlich bei allen Abstimmerinnen (und womöglich auch Abstimmern) - die nächste Umfrage ist schon in der Mache und erscheint noch pünktlich vor Silvester. Pünktlich? Na klar, denn diesmal dreht sich alles um die guten Strick-Vorsätze fürs Neue Jahr!

Sonntag, 23. Dezember 2007


Liebe Stricker/innen,
bevor ich jetzt zu Sessel am Kamin, Katzen und Weihnachtsbaum aufbreche, wünsche ich Euch wunderbare Weihnachten, erholsame Feiertage und viele Wollknäuel, die nur darauf warten, von Euch verstrickt zu werden.
Lebt froh und verstrickt!
Der Wollmops

Freitag, 21. Dezember 2007

Weihnachtswahnsinn


Ganz klar, in meiner Weihnachtsumfrage fehlt eine Option, nämlich: Ich stricke wie eine Irre, verheddere mich dann vor lauter Hektik in meinen Projekten und kann am Fest nicht teilnehmen, weil ich die Hälfte nicht fertig habe >:-[]
Na ja, fertig werden die Sachen zwar schon, aber wie, das ist eine ganz andere Frage! Im Bild seht Ihr das letzte Projekt für und vor Weihnachten, und zwar bereits den 4. (in Worten: vierten) Anlauf dazu. Was einmal eine Mütze werden soll - pikanterweise innerhalb der nächsten eineinhalb Tage - sträubt sich nach Kräften.
Zuerst hat das Zopfmuster unerfreuliche Wellen im Rand geschlagen (ich stricke ja noch nicht so lange Zöpfe und weiß über manche Tücken einfach nicht Bescheid), dann hab ich bei einer Zopfstelle das Überkreuzen vergessen (was zu dem feierlichen Versprechen an mich selbst führte, hinkünftig Zöpfe nur noch mit Maschenmarkierern zu stricken, egal, wie simpel sie scheinen mögen), als Nächstes fand der plötzlich unerwartet kritische Mann an meiner Seite die dezente Restwellung vom Zopfmuster für eine Männermütze zu unmännlich (überflüssig zu sagen, dass er jetzt auf sein gestricktes Weihnachtsgeschenk bis Ostern warten kann - mindestens!) und jetzt schließlich: der vierte Anschlag. Der vierte Anschlag auf meine Nerven.
Glücklicherweise bin ich mit ausreichend verbissenem Durchhaltevermögen ausgestattet, um derlei verstrickten Alltagsperfidien zu begegnen. Wie - das hatten wir bereits - ist eine ganz andere Frage. Aber die stelle ich mir erst nach dem Fest, wenn alle glücklich in ihren Mützen und Socken stecken und ich gemütlich unter einer Decke neben dem Kachelofen, mit einer Katze auf dem Schoß.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 51/2007


Diese Woche fragt das Wollschaf:

Ich habe Probesträngchen der Wollmeise sowie Strängchen aus Sockenwollresten in meiner Wohung verteilt. Außerdem habe ich mir aus Minisocken eine Girlande gemacht. Es soll ja auch Leute geben, die Wollknäuel und Stricknadeln arrangieren....Wie ist das bei euch - dekoriert ihr eure Wohung hobbymäßig?
Vielen Dank an Steffi für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat überlegt, gegrinst und sagt dazu:
Schon an meinem Grinsen ist zu sehen, dass meine Wohnung bisher strickdekorationsfrei ist. Das liegt sicher auch daran, dass ich sowieso zum Befüllen neige: Überall bleibt irgendwas hängen von dem, was ich gerade tue. Würde ich da auch noch absichtsvoll zu Werke gehen, wär bald keine Fläche mehr frei.
Der Gedanke an ein geschmackvolles Arrangement aus verschlungener Handspinnwolle mit demonstrativ reingekreuzten Jackennadeln bringt mich einerseits zum Lachen, aber ich kann's mir auch richtig schön vorstellen, z.B. auf einem Pflanzenpodest. Auch eine Wolllandschaft unter Glas, verstaut in einem dieser Couchtische, die so einen doppelten Boden haben, den man von oben besichtigen kann, gefiele mir gut. Und wo wir schon davon reden: Stellt Euch mal eine Wandfläche vor, wie ich sie hier zufällig frei habe, 2 auf 2 Meter, von einer Leiste oben hängen Wollfäden jeder Stärke und Farbe, und hin und wieder ist eine Nadelspielnadel dazwischen geknotet ...
Ja, nicht übel. Ich glaube, das sollte ich mir echt mal überlegen.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Wie alles begann - Folge 1



Ich weiß, ich hätte Euch auf dem Laufenden darüber halten müssen, was beim Zopfpullover so alles abgegangen ist, aber irgendwie hab ich es versäumt, Euch von meinen Fortschritten zu berichten.

Stattdessen platze ich jetzt damit heraus: Der Pullover ist fast fertig. Seit Wochen schon! Jetzt fehlen noch Spannen, Zusammennähen und Kragenanstricken, aber vor lauter Plätzchenbacken komme ich an den Wochenenden nicht dazu. Ich kann's kaum glauben - mein erster richtiger Pullover. Schließlich kann mein Pullunder vor 20 Jahren, den ich gerade wie einen Schal und glattrechts hochstrickte und zu guter Letzt an den Seiten irgendwie zusammenstichelte, kaum zählen. Damals hätte ich mir nie träumen lassen, dass aus meinen Nadeln jemals ein richtiger Pullover fließen würde.
Aber bis vor zwei Jahren hätte ich mir ja auch nicht vorstellen können, dass ich es je zur Sockenstrickerin bringen würde. In der Tat kam's nur deshalb dazu, weil ja irgendwer in der Familie das Amt meiner verstorbenen Großmutter antreten musste, die uns jahrzehntelang zu Geburtstagen und Weihnachten mit handgestrickten Strümpfen versorgt hatte. Aufdrängen dürfen hätte mir dieses Amt niemand. Aber die Stelle war frei, und keiner riss sich darum. Also fing ich heimlich an Socken zu stricken.

Die erste Ferse war furchtbar. Nicht, weil sie misslang, sondern weil ich nicht wusste, wie man Fersen strickt. Das lernte ich mühsam aus einem Buch. Und dann noch mal richtig aus dem genialen Fotoworkshop von Brigitte Gsänger (zu finden in den FAQs der Bastel- und Hobbykiste), diesmal gleich als Bumerangferse.

Sofort hatte ich entdeckt, dass es noch andere Wollen gab als die einfarbigen Schachenmayr-Knäuel, die meine Großmutter immer verarbeitete. In ihren letzten Jahren, als sie nur noch sehr schlecht sah, fiel nach vielen dunkelblauen und lila Socken sogar die Farbe weg. Jetzt waren unsere Socken nur noch tweedweiß, also creme mit irgendwelchen winzigen Farbsplittern drin, oder gleich grau (für ihren Sohn, meinen Vater). Immer wieder mal frage ich mich beim Sockenstricken, ob meine Großmutter einfach kein Interesse an Abwechslung hatte oder was sonst die Gründe für die ewige Einfarbigkeit ihrer Socken waren. Einmal, das werde ich nie vergessen, gab es was ganz Unerhörtes: Ringelsocken. In der für mich fürchterlich anzuschauenden Kombination schwarz-feuerrot-giftgrün. Ich war, damals irgendwo um die 20, wahrhaftig sprachlos.
Ähnliches kam tatsächlich nie wieder vor. Ich bereue, dass ich meine Großmutter nie gefragt habe, wie sie genau zum Sockenstricken stand, ob es ihr wirklich Spaß machte oder einfach schön als Geschenk war, ob ihr Fernsehen ohne gleichzeitiges Stricken ein Gräuel war und wie und wann genau sie damit angefangen hatte. Ich vermute mal, in ihrer Jugend, aus ganz praktischen Gründen. Aber obwohl meine beiden Großmütter harte Zeiten durchlebt hatten, war die Mutter meiner Mutter nie zur Sockenstrickerin mutiert, sie strickte nur ab und zu mal einen Pullover, und das auch eher nebenbei.

Durch ihre Sockenstrickerei besaß meine Großmutter aus meiner Sicht eine Art Familienmonopol auf eine der geheimnisvollsten Handarbeitstechniken, die ich damals kannte. Socken stricken, das kapier ich nie - so viel stand für mich fest. Aber als meine Großmutter starb, war es plötzlich doch so weit. Ich wollte das Geheimnis ergründen!
Inzwischen stricke ich Socken im Schlaf. Anfangs ausschließlich aus den selbstmusternden Wollen, mittlerweile sogar manchmal aus Uni-Farben, die mir zuerst so langweilig vorkamen. Vielleicht fand meine Großmutter sie ja ebenfalls nicht langweilig, vielleicht ging sie einfach im Stricken auf, konnte sich dabei entspannen, den Fortschritt an der Arbeit genießen, ihre Hände in Bewegung halten und den Geist zur Ruhe bringen.
Ob sie je damit gerechnet hat, dass ausgerechnet ich die Strumpfnadel übernehme? Wohl kaum. Aber mir gefällt der Gedanke, dass sie sich darüber gefreut hätte.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Verstrickter Alltag


In meinem Alltag als Werbetexterin und Lektorin gibt es nur weniges, was ich nicht mag. Das meiste liebe ich: Das wochenlange Herumfeilen an 700-Seiten-Schmökern, das Betexten von Firmenphilosophien oder Produkten, die spannenden Gespräche mit Kunden und Cheflektoren. Aber wenn du ständig auf der Suche nach dem richtigen Wort bist, kannst du einfach nicht nebenher stricken. Und das ist wirklich ein großer Nachteil!
Leider ist mir bisher noch nicht eingefallen, wie ich diesem Nachteil begegnen könnte. Und das, obwohl mir die von mir bearbeitete bzw. verschlungene Literatur doch genügend Anregungen bietet! Zum Beispiel könnte ich mir eine gepflegte Mehrfachpersönlichkeit zulegen, wie sie unsinnigerweise auch den unzähligen Serienkillern diverser Bücher angedichtet wird, und meine eine Persönlichkeit stricken lassen, während die andere arbeitet. Oder sollte ich mir vielleicht zusätzliche Arme und ein Augenpaar dranklonen lassen? (Dazu muss man wissen, dass ich auch leidenschaftlich gern gute Science Fiction lektoriere und lese.) Oder ich errichte, frisch nach dem nächstbesten Frauenroman, gleich mein eigenes kleines Strickimperium, lasse ein paar Strickmaschinensklavinnen für mich schuften und texte nur noch meine eigene Werbung. Wenn ich nicht gerade einen neuen Cardigan designe.
Tja. Dummerweise klingt das alles nach typischer Romanhandlung, was Reelles ist da nicht in Sicht. Dann werde ich wohl weiter versuchen müssen, berufliche und private Leidenschaften irgendwie nebeneinander auszuleben. Aber vielleicht ist ja irgendwo da draußen jemand, der schon weiß, wie's besser geht. Bitte beim Wollmops melden!

Dienstag, 11. Dezember 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 50/2007


Heute will das Wollschaf wissen:
Hast du ein "Geheimrezept" für deine Socken - falls du Socken strickst ? Und wenn ja wie lautet es ? Es gibt ja viele Anleitungen für Socken und mindestens genauso viele verschiedene Füße, breite, schmale, hoher Spann, dicke Waden usw usw. Mich würde interessieren wie du den verschiedenen Anforderungen gerecht wirst!
Vielen Dank an Bianca für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat überlegt und sagt dazu:
Mein Rezept ist ganz simpel, weil ich bisher auch immer ganz simple Socken gestrickt habe. Dafür haben bisher alle immer gepasst. Den Schaft stricke ich schlicht in 3 re, 2 li, schwinge mich um eine glatt rechts gestrickte Bumerangferse und stricke dann die Sohle glatt rechts, die Oberseite meist im Schaftmuster weiter. Die typische Bändchenspitze (so heißt das, glaub ich) rundet die Socke ab. Fertig. Durch die Kombi von Schaftmuster und glatt rechts am Fuß passt sich die Socke irgendwie jedem Fuß gut an.
Schöner finde ich die tollen Drachenmuster- und Wiesiealleheißen-Teile natürlich auch, aber so weit bin ich eh noch nicht. Insofern sitze ich ganz entspannt an meinen Simpelsocken. :o)

Sonntag, 9. Dezember 2007

Am liebsten stricken wir ...


...beim Fernsehen, wie's aussieht. Das sagt uns jedenfalls die Wollmops-Umfrage "Wo/wann strickst du am liebsten", bei der 38 StrickerInnen abgestimmt haben. Ganze 23 von den 38 begeistern sich fürs Stricken vor der Mattscheibe - die damit den eindeutigen Sieg davonträgt.

Die mittleren Plätze teilen sich interessanterweise Hörbuch/ Radiowortbeitrag (14 Stimmen) und Ganz allein, still und meditativ (13 Stimmen). Diese konzentrierte Variante bildet einen überraschenden Kontrastfaden zum eher beiläufigen Charakter der anderen Alternativen.

Eher unter "ferner liefen" sind Zu Musik mit 4 Stimmen und Wenn ich mit anderen zusammensitze, die nicht stricken mit 2 Stimmen zu finden, aber auch In Gesellschaft anderer StrickerInnen mit 7 Stimmen. Letzteres vielleicht auch deshalb, weil man dazu ja doch eher selten kommt, selbst wenn man einen eigenen Stricktreff hat.


Mir persönlich zum Beispiel ist der Live-Zusammenstrick noch fast gar nicht untergekommen, jedenfalls nicht in organisierter Form. Ich stricke sehr gern zum Fernsehen oder Hörbuch, oder wenn ich mit anderen zusammensitze, die nicht im Traum dran denken würden, die Nadeln zu schwingen. Etliche Freundinnen haben schon die Brauen gehoben, wenn ich im Café auf einmal irgendwelche Socken neben der heißen Schokolade platzierte und dem Klappern von Löffeln und Gabeln das meines Nadelspiels hinzugesellte.
Im Übrigen empfehle ich auch, das Strickzeug bei Treffen mit nicht ganz so netten Menschen dabeizuhaben. Gesprächspausen lassen sich so nämlich ganz elegant überstricken.

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Der Wollmops bedankt sich vielmals bei allen, die bei seiner ersten Umfrage mitgemacht haben! Schon hat ihn wieder die Neugier gepackt - und Ihr seid alle herzlich eingeladen, sie zu stillen.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Wenn sich Leute für dich reinhängen ...



... dann ist das oft ein herzerwärmendes Erlebnis.

Ihr erinnert Euch doch: da war dieser Caldo-Pullover, den wir als Drillingspullover für den Schneeköniginnen-Auftritt in der Fußgängerzone Münchens geplant hatten, Patrizia, Regina und ich.

An sich hätte es damit keine Schwierigkeiten geben dürfen - wenn da nicht die Sache mit der Wolle gewesen wäre. Für alle, die's noch nicht wussten: Caldo läuft aus. (Aber was red ich da - wahrscheinlich wussten das eh alle schon längst. Also ... alle außer uns.)

Dass Caldo kaum noch zu kriegen ist, merkten wir recht schnell, als wir in Wollläden nachfragten und in immer panischerer Manier das Internet durchkämmten. Caldo? In unseren Farben? Nix da.

Aber dann trat das Haus der Wolle zu Mainz in unser Leben. Die Dame am Telefon war nicht nur sehr hilfsbereit, sondern kicherte auch mit mir über das Münchner Chaos - Regina und ich hatten es doch glatt fertiggebracht, unabhängig voneinander für Patrizia Wolle mitzubestellen. Bis endlich alles passte, zeigte sie viel Geduld, Humor und Einsatzbereitschaft.

Jetzt ist das Riesenwollpaket wohlbehalten und obendrein mit Nikolausgeschenken gespickt bei uns eingetroffen, und das "Caldo-Nest München" sagt vielen Dank ans Haus der Wolle!

Dienstag, 4. Dezember 2007

Die verstrickte Dienstagsfrage - 49/2007


Heute fragt das Wollschaf: Probierst Du gerne neue Anleitungen aus oder hast Du Lieblingsmodelle (Pullover, Socken, Tücher etc.), die Du im selben Muster, aber aus unterschiedlichen Garnen immer wieder strickst?
Vielen Dank an Tammina für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat überlegt und sagt dazu: Sowohl als auch! Ich liebe meine Stulpen, ein ganz schlichtes Modell aus Sockenwolle, die ich wie meine Socken 3 rechts, 2 links stricke - das kennt Ihr ja nun schon. Desgleichen meine Sockenstrickerei. Es ist, als könnte ich davon niiiiieee genug kriegen.
Andererseits - wie könnte ich dem Reiz des Neuen widerstehen? Ich liebe es, neue Modelle zu entdecken, und wie Ihr wisst, hab ich ja da auch noch einiges vor mir! Zöpfe komplizierterer Bauart, Socken in aufregenden Mustern, ein Laceschal ... Die Spielwiese scheint ja fast unendlich! Manchmal frage ich mich da schon, wie man überhaupt jemals genug kriegen kann vom Entdecken und Nachstricken! Aber da ich vor meiner Werbetexterei als Künstlerin unterwegs war, will ich's natürlich auch mal zu eigenen Designs bringen ...
Stricken - eine Welt für sich. Nehmen wir also, liebe Mitnadlerinnen, ein Bad im Glitzermeer der Möglichkeiten!

Sonntag, 2. Dezember 2007

Stulpenkreuzung


Ich stehe an der Stulpenkreuzung und schaue nach links und nach rechts. Super, die Stulpen sind fertig, und ich bin mächtig stolz drauf. Die Anleitung verdanke ich übrigens der freundlichen Zusendung von Marianne, die mit einigen anderen diese prächtigen Handwärmer 2006 im Knitalong gestrickt hat. Gegen 2 Euro (plus Porto) für die Frühchenstrickerei flatterte mir das Stulpenrezept ins Haus. (Wer's nicht so machen will, macht's anders und schaut auf Petras Originalanleitung, die ich erst später entdeckt habe.)
Ja, und nun? Weihnachten naht, um nicht zu sagen, es droht! Wie jeder Strickerin, die sich vorgenommen hat, möglichst viele Leute mit tragbaren Maschen zu beglücken. Fürs Erste hab ich mich mit mir selbst auf Socken geeinigt. Geht schnell - die betreffende Person mag keine Zöpfe. Also flitze ich mit heißer Nadel durch die Wolle, wie schon so oft, und freu mich am Farbenspiel.
Socken stricke ich übrigens grundsätzlich mit Bumerang und, wenn es sich irgendwie ausgeht, im schlichten Falle als 3 rechts, 2 links.
Die Stulpen hingegen waren alles andere als ein Projekt für Blindstricken: schwierige Verzopfung im quasi-keltischen Bereich. Kompliziert war das Muster zwar eigentlich nicht, aber zig Nadelüberdreher hintereinander waren für mich doch eher neu und dementsprechend ... lästig. Ja, das trifft die Sache. Ständig im Kopf zu behalten, wo man sich grade befindet und ob man nun einen Rückwärts- oder Vorwärtsüberschlag vollführen muss, ist nicht völlig ohne.
Aber wie es mir so oft passiert, ist aus dem Stulpenprojekt auch ein Lernwunsch erwachsen: Ich möchte zu gern mal in die Aran-Strickerei reinschnuppern. Tja, wie segensreich, dass das mit Weihnachten nicht nur in eine Richtung funktioniert: Dieses Jahr wird das Christkind ein paar Strickbücher unterm Baum hinterlassen, glaub ich.