Dienstag, 29. Januar 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 5/2008


Heute fragt das Wollschaf:
Wie sieht für dich der ideale Lieblingspullover aus? Welche Ausschnittform bevorzugst du, welche Ärmelform, was für ein Material, wie würdest du Farbe(n) und Muster wählen?Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat überlegt und meint dazu:
Was für eine schöne und ... schwierige Frage! Denn bisher bin ich erst bei einem einzigen Pullover so richtig in die Nähe von Fertigstellung gekommen (nächstes Wochenende kann ich ihn hoffentlich endlich präsentieren), und das ist sicher weder das Ende der Fahnenstange, was persönliche Pullifavoriten anbelangt.
Drum kann ich heute nur sagen, was ich gerne mal stricken würde. Nämlich: nimm ein meliertes Garn mit schönen Zopfmustern, nicht zu dick, vielleicht Nadel 5-6, in einem hübschen Frühlingsgrün oder Aubergine; Trompetenärmel, womöglich mit leichter Rüsche, schöne ungewöhnliche Kragenlösung mit Umschlag, ohne ein richtiger Rollkragen zu sein (vielleicht so eine Art Polokragen, aber eher romantisch angehaucht), tailliere das Ganze leicht und lasse es mit Schößchen auslaufen ... Na, ein wahres Wunderding in meinen Augen, für das ich noch viel lernen muss, um es zu schaffen.
Aber was soll's? Wo wären wir ohne schöne Ziele? Und ohne die Fragen vom Wollschaf?!

Montag, 28. Januar 2008

Criminal Knitting


Bekanntermaßen sind sie uns ja in Amerika und überhaupt im englischsprachigen Raum öfter mal in irgendwas voraus. Ob das jeweilige Irgendwas dann immer so gut ist, kann man von Fall zu Fall unterschiedlich werten. Aber wie groß sie da drüben in allem sind, was Stricken und Spinnen betrifft, das finde ich wirklich klasse.Dass ich etliche wunderbare amerikanische Strickbücher zu Weihnachten geschenkt bekam, weiß man ja nun schon; aber wusstet Ihr auch, dass ein Strickkrimi dabei war? Und zwar Died in the Wool von Mary Kruger.
Auch hier werden sich die Geister wieder scheiden: Sinn oder Unsinn. Ich hatte mir einfach überlegt: Wenn ich schon auf Stricken einerseits und auf Krimis andererseits stehe ... Das Ergebnis dieser Überlegungen hab ich mir nun zu Gemüte geführt.
Ari, Besitzerin eines Wollladens im kleinstädtischen Freeport, findet eines Tages die ungeliebte Edith Perry hingestreckt in ihrem Geschäft vor, erdrosselt mit dem Garn von Aris bester Freundin Diane. Nur allzu schnell verstrickt sie sich in die Mordermittlung, kommt Detective Josh dabei etwas näher und wird am Schluss fast selbst zum Opfer.
Was etwas lahm beginnt, mit unnötigen Wiederholungen von gerade Gesagtem, wird etwa nach einem Drittel bis der Hälfte durchaus lesbar. Kein blutiges Gemetzel, keine Folterorgien und was der Thrillerfan von heute sonst noch so täglich zu sich nimmt, sind hier zu erwarten. Dieses Buch fällt unter die Literaturuntergattung "Cozy" (engl. für behaglich, kuschlig), und das nicht umsonst. Ich habe das Buch im Bett gelesen, eingemummelt in Decken, einen kleinen Bären im Arm, und habe vor allem die Schilderungen der ganz alltäglichen Wollabwicklungen in Aris Laden sehr genossen.
Ich meine: Wenn man schon selber keinen hat, kann man wenigstens auf diese Weise daran teilhaben. Darum werde ich weiterlesen. Wollkrimis, meine ich. Da dieses zielgruppenspezifische Feld gleich von etlichen Autorinnen beackert wird, werde ich auch mal in anderen Revieren wildern. Und natürlich wieder brühwarm von meinen Raubzügen berichten!

Samstag, 19. Januar 2008

Offene Enden


Also, nichts gegen offene Enden, zum Beispiel in der Literatur - aber am Strickwerk können sie schon sehr nerven! Ob Offenes Ende im Großformat, also als UFO, als UnFertiges Objekt, oder im Kleinformat, nämlich als lästig baumelnder Faden, sie sind eine Pest.
Seit ich vor zwei Jahren zu stricken angefangen habe, ärgere ich mich über das baumelnde Anfangsfädchen. Seit eineinhalb Jahren habe ich das Ding, kaum dass ein paar Reihen gestrickt waren, immer als Schlaufe um die Finger gewickelt und dann mit sich selbst abgebunden - aber diese Lösung immer als unvollkommen empfunden. Bei manchen Garnen (ich sag nur: Mohair) ergab sich daraus ein Knoten, der wenig Tendenz zeigte, sich freiwillig wieder aufzulösen, bei anderen Garngelegenheiten löste sich das Ganze permanent immer wieder auf.
Hm. Sicher gibt's dafür gigantisch gute, supersimple, perfekt professionelle Lösungen. Nur bin ich nie auf die eine solche gestoßen. Letzte Woche ist mir dafür was eingefallen, dass mich schlagartig zufriedengestellt hat: die Haarspange.
Wie im Bild zu sehen, klemme ich eine von diesen Überall-zu-haben-Haarspangen um den locker gewickelten Faden - und Ruhe ist! Da ich zufällig grade eine ganze Packung besonders kleiner Haarspangen übrig hatte, hab ich selbige gleich mal herangezogen, um ihren Dienst am Strickwerk zu verrichten; die kleinen reichen nämlich bis zu Nadelstärke 5 aus.
Vielleicht gibt's ja noch andere unter Euch, die mit ihrer bisherigen Fadenlösung noch nicht glücklich waren. Dann hilft diese unauffällige kleine Idee eventuell einen Fadenbreit weiter.

Dienstag, 15. Januar 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 3/2008


Das Wollschaf fragt heute:
Hast Du einen Lieblings-Strickdesigner bzw. Strickdesignerin? Und warum schätzt Du die Arbeiten dieser Person so?
Vielen Dank an Jinx für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat nachgedacht und sagt: Und wieder mal eine tolle Frage, die wahrscheinlich viele mit besonders großem Vergnügen beantworten werden - denn wer spricht nicht gerne über das, was ihn/sie begeistert!
Den Wollmops begeistert jedenfalls Ruth Stewart, eine kanadische Künstlerin, die auf ihrem Webshop Impulse of Delight und ihrem Blog Knitting on Impulse die wunderschönsten Dinge zeigt. Natürlich gibt es viele fantastische StrickdesignerInnen, aber ihre Arbeiten haben es mir besonders angetan.
Erstens weil sie auch Silberdraht verstrickt und ihn ab und zu sogar verwendet, um Materialmixe zu erzeugen. Auf Materialmix hab ich als Papierkünstlerin selber sehr gestanden und gerne beispielsweise Uhrenzahnrädchen und andere Metallteile in meinen Schmuck eingearbeitet.
Zweitens weil sie eine unglaubliche Inspiration aus ihrer kanadischen Umgebung zieht - wer sich ihre Fotos im Blog anschaut, weiß, was ich meine. Manche Fotos rastert sie am Computer auf und gewinnt daraus ganze Farbwelten, die sie beim Färben ihrer Garne umsetzt. Verstrickt ergeben sich da die herrlichsten Tönungen.
Drittens macht sie einfach großartige Sachen. Fragile Gewebe, verschlungene pflanzliche Formen aus Silber. Ihre Arbeiten könnte ich mir ewig anschauen. Sie geben mir immer wieder neue Impulse und spornen mich dazu an, eigene Formen, Muster und Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. Mehr kann man sich kaum wünschen.

Montag, 14. Januar 2008

Inspiration ohne Ende





Vielleicht dachte die eine oder andere von Euch schon, der Wollmops sei in einen ganz unmopsigen Winterschlaf gefallen - doch weit gefehlt. Statt auf der faulen Mopshaut zu liegen, hat er gewerkelt: gespindelt und vor allem auch designt und gestrickt.
Einige der Ergebnisse seht Ihr unten. Zu viel will ich noch nicht verraten, denn bei einigen Entwürfen muss das Design noch verbessert werden. Aber dann, irgendwann ... Lasst Euch einfach überraschen.


Woher aber nun die plötzliche Designflut - und wieso überhaupt neu Designtes?
Letzteres lässt sich leicht beantworten. Wie schon mal erwähnt, habe ich ja in meinem früheren Leben (also bis vor ca. 5 Jahren) der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks gepflogen. Aufgehört habe ich damit, weil ich die Mopsnase gründlich voll hatte: Als Kunsthandwerkerin zu überleben, kann sehr schwer sein, vor allem, wenn das Handwerk recht aufwendig ist. Da geht das kreative Element irgendwann gegen null - in meinen grimmigsten Stunden nannte ich das "bessere Fließbandarbeit". Trotzdem saß in mir - wie in vielen Menschen - natürlich weiterhin dieser Drang, zu gestalten.

Da zu meinem Glück schließlich die Strickerei in mein Leben trat, habe ich nun wieder ein Feld, das ich beackern kann, und in der Tat habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, eigene Entwürfe zu verwirklichen. Da ich gleichzeitig noch einiges Handwerkliche am Stricken zu erkunden habe, beschränke ich mich beim Gestalten vorerst auf kleine Strickelemente wie Stulpen, Krägen und Stirnbänder.

Und die Designflut ... Seit das Christkind mir die drei fantastischen Bücher von Nicky Epstein unter den Baum legte, tanzen meine Nadeln Tango! Nein, ehrlich, Leute, was bin ich von diesen Büchern begeistert, und was kann grade eine wie ich, die noch nicht alle Strickerzitien durchgenommen hat, aus diesen Büchern lernen!

Wenn ich nur ... doch genug geplaudert. Nächstes Mal mehr und bis dahin frohes Schaffen Euch allen!

Dienstag, 8. Januar 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 2/2008


Heute fragt das Wollschaf:
hallo,
nachdem ich nun zum wiederholten male nicht gerade eines meiner schönsten sockenknäuel aus der schublade geholt habe, kam mir die frage in den sinn, ob es den anderen wohl auch so geht, daher meine frage:Geht es euch auch so, dass ihr zum "Schutz" der edlen geliebten Wolle, lieber die nicht so geliebte anstrickt?
lieben gruß und danke für die arbeit
Vielen Dank Conny für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat nachgedacht und ruft:
Aber nie im Leben! Obwohl ich sonst durchaus eine Neigung zum Das-Beste-am-Schluss habe, geht's mir mit der Wolle ganz anders. Nämlich eher so wie mit dem Silberbesteck, das mir meine wohlmeinenden Altvorderen als Aussteuer unters Taufbecken geschoben haben: Anstatt es für festliche Gelegenheiten aufzubewahren, benutze ich es jeden Tag. Einfach um mich jeden Tag dran zu freuen!
Gut, vielleicht breche ich nicht bei jedem Mittagessen in Tränen der Rührung über seine Schönheit aus, aber tatsächlich merke ich immer wieder mal bewusst, was ich da in den Händen halte, und genieße es!
Ähnlich ist es mit der Wolle: Ich nehme mir das heraus, was meinem Gefühl nach genau jetzt am schönsten für mich zu verstricken ist. Das muss nicht immer die objektiv schönste Wolle sein, die in meinen Vorräten schlummert; es ist vielmehr die, die mir grade am meisten Freude macht. Denn wozu stricke ich denn, wenn nicht um der Freude wegen?
Und genau die wünsch ich auch allen anderen dabei!