Mittwoch, 20. Februar 2008

Criminal Knitting 2



Wie versprochen: Der Wollmops hat weitergelesen.
Zuerst noch mal ein Mary-Kruger-Elaborat - Knit Fast, Die Young -, dann Knit One, Kill Two von Maggie Sefton.
Beide Bücher weisen zum einen erstaunliche Parallelen auf und unterscheiden sich gleichzeitig stark in einem wichtigen Punkt: Maggie Sefton hat mir viel mehr Spaß gemacht.
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Mary Krugers lässt in ihrem Knit Fast, Die Young erneut Ari, die Wollladen-Inhaberin, auftreten. Diesmal fällt ihr auf einem Woll-Festival eine Leiche in die Arme, die berühmt-berüchtigte Magazin-Besitzerin Felicia, deren Kritiken sehr gefürchtet sind. Wer ihr die Nadel in den Rücken gerammt und dann auch noch eine andere Frau auf dem Festivalgrund unter Vliesen erstickt hat, bleibt bis zum Schluss fraglich. Als adoptiertes Kind, das von Felicia einst weggegeben wurde und jetzt seinen Rachedurst an ihr auslebt, kommen mehrere Figuren in Betracht. Die angedeutete Liebesverstrickung mit dem niedlichen Detective Josh setzt sich nebenbei fort und trägt zum lauschigen Ambiente des Krimis bei.
In der Tat passiert sonst nicht viel. Freeport ist ohnehin ein kleiner Ort, und da sich die Autorin in ihrem neuen Roman auf das Festival konzentriert, wo die Verdächtigen (darunter auch Ari) stundenlang festgehalten werden, wird's noch etwas enger. Kammerspiele können extrem spannend sein, aber man muss sie gut beherrschen.
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Da ich Knit One, Kill Two von Maggie Sefton gleich danach las, fielen mir gewisse Ähnlichkeiten ganz besonders ins Auge. Zum Beispiel, dass auch hier eine frühe ungewollte Schwangerschaft samt Adoption eine entscheidende Rolle spielt. Vom Wollladen gar nicht zu reden - aber Wollläden sind womöglich obligatorisch in Strickkrimis ...
Natürlich steht auch hier eine Frau als Protagonistin im Mittelpunkt: Kelly, deren geliebte Tante und Quasi-Ziehmutter ermordet wurde. Sie reist ins beschauliche Fort Connor, um die Beerdigung und die Angelegenheiten ihrer Tante zu organisieren, und stößt dabei auf verdächtige Ungereimtheiten. Allen voran: Warum hat ihre Tante kurz vor ihrem Tod noch Geld auf das gerade erst abbezahlte Haus geliehen?
Liebevolle Unterstützung findet Kelly in einem Kreis von Freundinnen, die sich täglich im Wollgeschäft über der Straße treffen. Doch erst nachdem noch eine weitere alte Dame dran glauben muss, kommt es zum Showdown mit dem ruchlosen Killer - natürlich im Zentrum des Geschehens, im Wollladen, und gemäß dem Genremotto Cozy eher spannnungsminimiert.

Abgesehen vom etwas lauen Schluss und ein oder zwei Fäden, die nicht wieder aufgegriffen werden, ist der Krimi jedoch gut aufgebaut und hält die Leserin mühelos bei der Nadel.
Herrlich für alle Strickerinnen auch die ausgedehnten Beschreibungen des versponnenen Ladens, der vor haptischen und optischen Eindrücken nur so strotzt. Selbst für Humor ist dank der einen oder anderen etwas skurrileren Figur gesorgt - und Kellys Strickanfänge lassen sicher einige Leserinnen in nostalgische Erinnerungen versinken.
Der ganze Krimi macht auf mich einen wesentlich solideren Eindruck als Krugers Knitting Mystery. Auch wenn man nicht zu viel erwarten sollte, hat er mehr Tiefgang, arbeitet mit erheblich mehr Details, erfreut mit mehr Wollbeschreibungen und weckt zumindest bei mir mehr Lust auf Folgeromane.
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Sprich: der Wollmops liest natürlich weiter. Bis demnächst auf dieser Seite!

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