Dienstag, 18. März 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 12/2008


Und wöchentlich grüßt das Wollschaf, diesmal mit folgender Frage:
Für welches Modell aus einem Strickheft würdet Ihr Euch eher entscheiden: für das besondere oder aufwändige Muster bei normalem Schnitt oder eher für einen besonders ausgefallenen aber tragbaren Schnitt, dessen Muster Euch nicht gerade herausfordert?
Vielen Dank an Meggie (die keinen Blog führt) für die heutige Frage!
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Der Wollmops ist in sich gegangen und hat dort die Antwort auf diese raffinierte Frage gefunden:
Ich würde mich für Letzteres entscheiden, für einen ausgefallenen Schnitt, dessen Muster mich nicht zur Verzweiflung treibt. Tolle Muster halte ich bei kurzen Projekten durch, aber wenn sich's um ganze Pullover handelt, soll das Muster höchstens interessant sein. Herausfordernd wär schon zu viel.
Irgendwann hoffe ich mal zu anderen Ufern vorzustoßen, aber bis dahin belle ich auf dieser Seite des Flusses.

Montag, 17. März 2008

Belanglose Details ...


Zum ersten Mal ist mir ein Stöckchen zugeflogen - und zwar von Knittinganarchist, einer meiner Lieblingsbloggerinnen. Danke! Ich hab's aufgefangen, werf es aber nicht weiter. Das mach ich dann beim nächsten Stock.
Zuvörderst also mal das Regelwerk:

1. Setze einen Link zu der Person, welche Dir das Stöckchen zugeworfen hat.
2. Erwähne die dazugehörigen Regeln in Deinem Blog.
3. Erzähle von Dir 6 unwichtige Dinge/Gewohnheiten/Macken.
4. Gib das Stöckchen am Ende Deiner Antworten an 6 Leute durch Verlinkung weiter.
5. Hinterlasse bei der jeder der gewählten Personen einen Kommentar in ihrem Blog/Website, wonach Sie “getagged” wurden.

Und hier die sechs total unwichtigen, belanglosen Details vom Wollmops.

Eins: Wie so viele hab ich eine Schwäche für Harry Potter. Die Hörbücher (ich habe sie alle) habe ich schon so oft gehört, dass ich sie praktisch auswendig kann. Wenn ich mich nicht wohl fühle oder noch besser fühlen will, brauche ich nur HP anzuschalten, dann atme ich ein paarmal tief durch, und mir geht’s gut.

Zwei: Ich kann’s nicht leiden, wenn’s beim Schlafen völlig finster ist. Im Gegensatz zu meiner Mutter, die pechschwarze Verdunklung bevorzugt, brauche ich einen kleinen Spalt im Vorhang oder einfach dünnere Vorhänge. Glücklicherweise geht’s meinem Liebsten genauso.

Drei: Schokolade nimmt in meinem Leben eine zentrale Stelle ein. Dafür rauche, trinke und fixe ich nicht und hab auch nur einen Mann.

Vier: Wenn Leute behaupten, dass sie mich besonders gut kennen, um dann irgendeine Ausage über mich zu treffen, die so gar nicht zutrifft, krieg ich die Motten. Leute, die mich wirklich kennen, behaupten selbiges nie. Sie kennen mich einfach nur. Und zwar gut.

Fünf: Wir haben drei weiße Stoffbären, die mit eigenen Stimmen sprechen. Sie kommen aus dem Weltraum und leben teilweise bereits seit über 10 Jahren bei uns. Ab und zu schreiben wir (die Bären und ich) ein Stück, das wir dann vor Freunden aufführen.

Sechs: Obschon selbst eine halbe Künstlerin und mitten in München daheim, gehe ich praktisch nie in Ausstellungen oder ins Kino. Ich bin eine echte Stubenhockerin. Positiv fomuliert: Ich liebe mein Zuhause. Wie ich es trotz Schokolade, nur zweimal wöchentlich Sport und meinem Schreibtischberuf als Lektorin schaffe, nicht pausenlos zuzunehmen, weiß ich auch nicht. Vielleicht liegts ja an dem anstrengenden Stricken und Spinnen ...

Donnerstag, 13. März 2008

Strickdesign - wer will was?


Die letzte Umfrage habe ich mal wieder mit Spannung verfolgt – auch wenn sie vielleicht Ergebnisse zeitigt, die die meisten von uns erwartet haben.
Diesmal ging's ja um Strickdesign, darum, wie kompliziert es sein darf und ob man lieber gar nichts ändert oder alles selber entwirft.
Das breite Mittelfeld (62 Prozent) zeigt den Trend zur praktischen Vorlage mit ebenso praktischen kleinen Anpassungen von eigener Hand. So kenne ich das auch von den erfahrenen Strickerinnen in meinem Freundeskreis: Ohne viel Umstände, aber mit viel Sachverstand wird da umgerechnet, verlängert und gekürzt, die Modellwolle wird durch die eigene Lieblingswolle ersetzt, und den Kragen lassen wir lieber ganz weg.
Weit abgeschlagen die Varianten "Ich stricke strikt nach schlichter Vorlage und ändere gar nix" und "Gerne entwerfe ich eigene, aber kleine Designs". Beide sind genau mit 25 Prozent dabei.
Noch seltener wird offenbar die komplizierte Vorlage in Kombination mit "bloß nichts ändern" bevorzugt. Vielleicht deshalb, weil Strickerinnen, die komplizierte Vorlagen können, auch vor Änderungen nicht zurückschrecken – und sich deshalb ins besagte Mittelfeld gestellt haben.
Ganz einsam steht die eine Stimme da, deren Besitzer/in sich als erfahrene Designerin gerne auch mit komplizierten Projekten befasst, vom Entwurf bis zur Ausführung. (Ähm, wer war das eigentlich?, grübelt der neugierige Wollmops.)

Der Wollmops selber hat sich übrigens unter die 6 Stimmen gemischt, die sich am liebsten an kleine eigene Designs wagen. Nicht, dass ich nicht auch gerne nach Vorlage stricke, aber es wurde ja nach dem größten Spaßfaktor gefragt.
Ich hoffe, Ihr hattet ein bisschen Spaß mit dieser Umfrage und seid schon gespannt auf die nächste. Na, mal sehen, was dem Wollmops so einfällt.

Dienstag, 11. März 2008

Ausspinnen ...


So einen Wochenstart brauch ich so schnell nicht noch mal. Gehen wir am Sonntag ins Bett, ich noch mit ganz verdrehtem Kopf, weil ich bis kurz vor Schluss gespindelt habe, und wachen um halb 3 wieder auf. Das heißt, ich wache auf, mein Liebster sitzt schon neben mir und hat das Licht an.
Und sagt: Mir ist nicht gut. Ich hab Herzdrücken.
Herzdrücken?! Das Wort ist bei uns noch nie gefallen.
Mein ganzer Kreislauf erstarrt zu Eis. Das ist es, wovor sich alle Leute mit Liebsten fürchten. Du wachst mitten in der Nacht auf, und dann geht es nur noch abwärts.
Wir riefen sofort den Notarzt, und da wir mitten in München sitzen, kam der auch schnell. Und teilte uns mit, dass es sich bei den Beschwerden nicht um Herzdrücken handelt, sondern zu 99,9 % um einen eingeklemmten Nerv, der von der Wirbelsäule her ausstrahlt.
Mein geliebter Mann, das Herzstück meines Lebens: 50 Jahre alt, sieht eher aus wie 40, ist sportlich, fit und jung. Und hat - im Gegensatz zu mir - noch nie gespürt, wie gemein ein eingeklemmter Nerv wehtun kann. Daher das alarmierende Missverständnis.
Wir fuhren dann trotzdem ins Krankenhaus, nur zur Sicherheit und zum Abklären. Letzteres dauerte Stunden. Er in der Notaufnahme, ich davor am Auf- und Abtigern, irgendwo drinnen die gellenden Schreie einer Frau. Um 6 Uhr schickte er mich nach Hause, weil er grade die Auskunft gekriegt hatte, dass es eh noch länger dauern würde.
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Den Rest des Tages - er kehrte gegen 8 zurück - verbrachten wir mit notwendiger Terminarbeit und Nachschlafen. Mit zahllosen Liebeserklärungen und mit Spinnen. Spinnen und die anderen Handarbeiten sind so viel mehr als bloß Arbeiten für die Hand. Ihr wisst, wovon ich rede. Die Schönheit, die in der aufgefächerten Wolle steckt, bereichert unser Leben. Die Sache selbst kann uns beruhigen (außer wenn sich die Spindel auch beim Einschlafen noch weiterdreht) und uns den Stress aus den Nerven saugen, Tag für Tag. Und genau dieser Wochenstart hat mir mal wieder deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass wir uns davon nicht aufessen lassen. Angst essen Seele auf? Spinnen wir dagegen an!

Donnerstag, 6. März 2008

Seide im Spiel - eine luftige Spinnerei


Mit der Spinnerei bin ich inzwischen auch schon weitergekommen. Nicht nur spindele ich mittlerweile einen so (relativ) dünnen Faden zusammen, dass ich kaum fassen kann, wie eeendlos lange ich für ein Knäuel Wolle brauche. Nein, ich hab mir auch vom Wollknoll (unter anderem) eine Schappe-Seide-mit-Wolle-Mischung schicken lassen, an die ich mich letztes Wochenende herangewagt habe.

Aus Erfahrung schlau geworden (na, sagen wir mal, schlauer), habe ich eine mehrfach gefaltete Decke unter mir ausgebreitet, um meiner Spindel einen sanften Aufschlag zu gönnen. Denn dass sie öfter als sonst fallen würde, war von Anfang an klar. Das Vlies ist sehr luftig und locker, die Schappe-Seide bildet kleine Fitzelchen darin, und da ich bisher nur vom Band gesponnen hatte, war der Anfang stark von kreislaufanregendem Immer-wieder-Bücken geprägt.
Inzwischen läufts aber schon ganz gut. Keine Ahnung, wie eine echte Könnerin dieses Material verspinnen würde, bei mir wirds einfach ziemlich unregelmäßig und rau. Aber das stört mich alles nicht, im Gegenteil, ich finde das Ergebnis sehr effektvoll. Ende April / Anfang Mai will ich sowieso 2 Färbewochenenden einlegen und bin schon sehr neugierig, wie sich gerade dieses Garn verhalten wird. Und die anderen Garne. Und ich selbst.
Bis vor ein paar Jahren hatte ich ja sehr viel mit Farbe zu tun, die war da sozusagen mein täglich Brot. Allerdings verwendete ich damals hauptsächlich Acrylfarbe - da darf man schon gespannt sein, wie ich jetzt mit Kool-Aid zurechtkomme, für das ich mich zum Erstfärben entschieden habe.
Genau, und das werde ich mir jetzt mal gleich besorgen!

Dienstag, 4. März 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2008


Heute fragt das neugierige Wollschaf:
Was für Garne würdest du nie verstricken wollen? Warum?
Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
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Der Wollmops macht eine grüblerische Denkpause und meint:
Die von vielen nicht geliebten Effektgarne aus purem Plastizin - ja, zugegeben, da steh ich auch nicht so drauf. Aber damit habe ich noch nicht viel Erfahrung, hab kaum je mehr als irgendeine frisselige Fransenborte damit gestrickt. Meine Abneigung richtet sich da mehr gegen das Tragen als gegen das Stricken.
Was ich hingegen ganz bestimmt nicht wieder so schnell verarbeiten werde, ist Bändchengarn. Das, aus dem ich mir eigentlich letztes Jahr so eine Art Sommerweste machen wollte, hat mich völlig entnervt. Es war ein unregelmäßiges, mal dickes, mal dünnes Garn, für das mir vielleicht nur die richtigen Nadeln fehlten; auf jeden Fall war die Erfahrung nachhaltig genug für ein leichtes Bändchengarn-Trauma. (Wenn da jemand einen Tipp zur Traumabewältigung hat, wär ich echt dankbar!)
Ansonsten bin ich gespannt auf jeden Faden, der mir noch begegnet.

Sonntag, 2. März 2008

Lausch & Strick



Zurzeit stricke ich am liebsten zu Hörbüchern. Ich hab mich sogar durch einen wahren Auswahlmarathon gekämpft und mir einen MP3-Player gekauft, sprich so ein Winzteil, auf das 2 Gigabyte draufpassen. Einen anderen, der MP3-CDs abspielt, hatte ich schon vorher. Bis jetzt hat der auch immer gereicht. Aber inzwischen hab ich Audible entdeckt, die Anlaufstelle für Audiobooks-LiebhaberInnen im Netz. Und 2 Hörbücher pro Monat abonniert. Das sorgt dann mal wirklich für Stoff! 25.000 Titel in verschiedenen Sprachen und aus allen denkbaren Genres. Am liebsten höre ich natürlich möglichst lange Bücher, bloß nix Gekürztes, ich krieg praktisch schon Schreikrämpfe, wenn ich sehe, dass sie einen 450-Seiter auf 6 Stunden zusammengeschnetzelt haben.Nein, für mich müssen's schon 10 Stunden aufwärts sein. 10 ist wirklich das absolute, kaum erträgliche Minimum. Glücklicherweise kennt Audible seine Ohrenheimer und bietet unter diversen Suchkriterien auch die Option, nach Länge zu suchen.

Na, jedenfalls wissen wir ja aus einer meiner Umfragen, dass immerhin 36 Prozent der Teilnehmerinnen an selbiger die Hörleidenschaft mit mir teilen. Drum werde ich Euch ab heute hie und da von meinen neuesten Hörgenüssen berichten.

Los geht's mit Mount Dragon von Douglas Preston und Lincoln Child.
Diese zwei Koryphäen des Wissenschaftsthrillers erzählen in diesem Buch von Carsons Kampf mit einem Killervirus. Draußen in einem abgeschiedenen Wüstenlabor am Fuße des Mount Dragon soll der junge Forscher die Arbeit eines Kollegen fortsetzen, der mit dem extrem gefährlichem Material gearbeitet hat. Ein Grippevirus soll dafür benutzt werden, die Menschheit für immer gegen sämtliche Arten von Grippe immun zu machen. Die dafür erforderlichen Genmanipulationen sind bisher aber gescheitert, und Carsons Vorgänger ist auf spektakuläre Weise durchgedreht.
Rätsel um Rätsel schlingen sich in der leicht klaustrophobischen Atmosphäre von Hochsicherheitslabor und Wüsteneinsamkeit um Carson, doch als er sie endlich entschlüsselt, wird alles noch viel klaustrophobischer, und es bleibt nur die Flucht in die sengende Wüste.

Das Buch kenne ich bereits in schriftlicher Form, trotzdem war's spannend zu hören. Die allzu markige Stimme von Thomas Piper ist zwar leider nicht mein Fall, aber er ist ohne Zweifel ein hervorragender Vorleser, der jeder Figur eine etwas andere Nuance verleiht. Gespannt begleitet man ihn durch die verschiedenen Szenarien - herrliche 19 Stunden lang.