Dienstag, 29. April 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 18/2008


Das Wollschaf hat gefragt:
Schon zum zweiten Mal habe ich in verschiedenen Blogs gelesen, daß Wollkäufe vor dem Ehemann verheimlicht werden. Mich würde interessieren:
Weiß Euer Mann, welche Menge an Wolle Ihr gehortet habt? Wie schmuggelt Ihr Neuzugänge ins Haus, und wo sind die geheimen Lager?

Vielen Dank an Martina (die sich ebenfalls als heimliche Sammlerin bezeichnet) für die heutige Frage!

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Der Wollmops ist in sich gegangen und hat dort folgende Antwort gefunden: Ja, mein Liebster weiß Bescheid. Es gab zwar Anfang des Jahres ein paar kleinere Päckchen, die ich ihm nicht ausdrücklich vorgeführt habe, aber sonst ...

Geheime Lagerstätten, Paketschmuggel oder sonstige Staatsverbrechen wären mir ehrlich gesagt etwas zu anstrengend. Ich kann zwar leidlich schauspielern, aber nicht gut lügen, und irgendwann platze ich immer mit der peinlichen Wahrheit heraus.

Darum habe ich zwar Wolle unterm Bett, stufe sie aber nicht als Top Secret ein. Jedes einzelne Wollpäckchen lege ich zwar nicht zur Ansicht vor, besteche aber auch nicht den Paketboten, damit er mir die Sachen heimlich zusteckt. Im Moment schlummert mein Wollkaufwahn zwar friedlich vor sich hin, aber dafür haben wir letztes Wochenende zusammen mein neues Wollregal aufgebaut.

Und dazu demnächst mehr!

Dienstag, 8. April 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 15/2008


Das Fragen hat kein Ende (und warum auch?). Diesmal will das Wollschaf wissen:
Habt ihr täglich etwas selbstgestricktes an? Wieviele selbstgestrickte Teile habt ihr schon gleichzeitig angehabt, also Schal, Mütze, Handschuhe, Socken, Pulli usw.
Vielen Dank an Martina für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat gründlich überlegt und sagt dazu:
Puh!
Täglich trag ich sicher nichts Selbstgestricktes. Kann auch daran liegen, dass - äh - diverse UFOs noch in den Sümpfen des Vergessens herumirren, und sicher daran, dass ich einfach noch nicht so viel für mich gestrickt habe. Vieles geht halt doch raus.
Aber wenn ich so überschlage, was ich mal alles angehabt haben könnte ... dann waren Socken, Mütze und Stulpen sicher öfter gleichzeitig im Spiel.
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Was lernen wir daraus?
Der Wollmops muss noch mehr stricken! Ganz klar.

Montag, 7. April 2008

Ein Ariadnefaden ...


Warum alleine stricken, wenn du's auch zusammen tun kannst? Vor allem, wenn du es mit Freundinnen tun kannst? Gemütlich bei ein paar Knabbereien und lässiger Musik, in deiner eigenen Wohnung?

Weil diese Fragen nur auf eine Art beantwortet werden können, habe ich letzten Samstag meinen ersten Handarbeitsabend veranstaltet: den "Ariadnefaden". Während draußen der Frühlingsabend zu dämmern begann, haben wir drinnen gestickt, gesponnen und natürlich gestrickt. Dazu ein bisschen geplaudert und den einen oder anderen Tipp ausgetauscht. Wir haben Wolle ausgesucht und gegenseitig unsere Werke begutachtet – vielfarbige Filzarbeiten, einen Bauchtanz-BH, Stulpen, Pullover und Schals.

Es war wirklich schön, zusammen vor uns hinzuwerken, zwischen angenehmem Schweigen, Schmausen und Schwänken aus unserem Leben. Ich fühlte mich leicht und unbeschwert, habe ein paar gute Hinweise bekommen und konnte auch was weitergeben. So haben Sabine und ich beispielsweise Monika in die Anfangsgründe des Spinnens eingeweiht.

Und als wir uns um halb elf endgültig trennten, haben wir gleich mal beschlossen, den Ariadnefaden fortzuführen.

Mittwoch, 2. April 2008

Apropos Diäten ...


O wundersame Wollhaufen!
Wie ihr euch türmt und stapelt, ein Palast an Farben, ein Ozean an Versprechen. Seidensüß und donegalrau, merinowarm und leinenkühl.

Ja, so geht’s zu bei mir, fernab aller Wolldiäten schwelge ich im Luxus meiner Garne. Und anstatt zu darben, baue ich ein neues Regal auf. Bald schon geht’s zu IKEA!
Der geliebte Mann an meiner Seite kommentiert im Angesicht meiner Entschlossenheit nur noch: „Ja, das muss offensichtlich sein.“ Und anstatt in schlechtem Gewissen wälze ich mich in Wolle. Fange ständig neue Sachen an und beende sie peu à peu, jedes mit Liebe. Sitze manchmal lange vor meinen Wollhaufen und wähle voller Genuss die richtigen Garne für mein nächstes Projekt aus.

Raritäten bei ebay, Schnäppchen bei meinen geschätzten Wollhändlerinnen, Wolle aus alten Beständen, Feines, Weiches, Gutes. Da spüre ich täglich, wie mir dieses Gute guttut.

Wollkaufstopps? Vielleicht später mal, wenn ich groß bin.

Dienstag, 1. April 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 14/2008


Heute will das stets neugierige Wollschaf wissen:
Wenn Ihr Eure Modelle selber entwerft, entwerft Ihr diese dann erst am Schreibtisch oder während dem Stricken?"
Vielen Dank an
Mandala für die heutige Frage!
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Der Wollmops braucht diesmal nicht lange zu grübeln, sondern weiß gleich: Klare Sache: auf dem Papier (wenn auch nicht immer am Schreibtisch *g).
Zuerst fällt mir irgendwas auf oder ein, eine bestimmte Farbkombi, eine interessante Form, die irgendwas in mir auslösen, das ich in Gestricktes verwandeln möchte. Manchmal seh ich auch gleich das ganze Strickstück vor mir oder bloß einen Teil, beides zeichne ich dann in mein Arbeitsbuch, und wenn es bloß ein Teil war, den ich "gesehen" habe, findet sich dann beim Zeichnen der Rest.

Dann kommt die Phase, wo ich mich frage, wie ich's umsetzen soll. Bisweilen ist das ganz leicht, ein andermal eher schwer. Oft muss ich überlegen und erst mal in meinen Büchern recherchieren, wie ich einen Effekt, den ich erreichen will, zustande bringe.

Dann schließlich wird gestrickt. Natürlich gibt's da noch mal eigene Tücken und Mücken, und ich muss oft wieder auftrennen. Aber das macht nichts. Es ist viel zu spannend, eigene Sachen zu entwerfen, um gleich bei der ersten Schwierigkeit (oder auch bei der fünften) die Nadel ins Korn zu pfeffern. Am Schluss liegt dann das fertige Stück vor mir, und ich bin in den allermeisten Fällen sehr zufrieden. Das heißt nicht, dass es nicht noch 'ne Menge zu verbessern gäbe. Das ist dann die nächste Phase. Irgendwann, beim selben Modell.