Freitag, 30. Mai 2008

Juchee, ein Wollregal!


Wie vor geraumer Zeit schon mal kurz erwähnt: Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Wollregals! Es beherbergt einen Riesenhaufen Socken- und sonstige Wollen, meine sämtlichen Strickbücher, meine Spann- und Dämpfunterlage, meine neue Schaufensterpuppe (siehe unten im Foto) und ein altes Spinnrad (gleich links daneben), das ich neulich geschenkt bekam, das aber leider nicht funktioniert.

Natürlich horte ich Wolle auch noch anderswo, viel steckt ja unterm Bett und zwei Riesenkisten hocken auf einem anderen Regal und bergen in luftiger Höhe meine Spinn- und Färbewolle. Aber ein Extra-Wollregal! Das ist schon ein Hammer. Gut, der Ventilator unten rechts ist nicht wirklich wollrelevant, aber woanders hat der einfach keinen guten Platz.
Praktisch finde ich auch, dass wir oben dran ein Rollo angebracht haben, hinter dem das Regal ein bisschen verschwinden kann.

Wir haben uns unglaublich schnell an das neue Einrichtungselement gewöhnt, was nur eins bedeuten kann, nämlich dass es eine sehr sehr gute Entscheidung war. Ich frage mich nur: Wenn Ihr da draußen (ich will jetzt lieber keine Namen nennen) immer so viele tolle neue Bücher vorstellt, wie soll ich dann auch nur ein Jahr mit bloß einem einzigen Bücherregalfach überleben??? Ja, das beantwortet mir mal!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Water & Green


Vielleicht liegt es daran, dass an meinem Schreibtisch so viele Pflanzen stehen, vielleicht auch ganz allgemein an einer Vorliebe des menschlichen Auges, auf jeden Fall liebe ich die Farbe Grün. Ich kann mich nicht daran sattsehen. All die vielen Schattierungen ...































Kein Wunder, wenn dann Schals entstehen, die auch nichts als grün sind. Grün und ein bisschen wasserleichtblau, so wie ein Quell, der aus dem moosumränderten Wald in die helle Wiese hinausplätschert.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Verehrung, meine Damen!







Huch, was kam denn da geflogen? Ein Award von Jinx – von dem ich mich hochgeehrt fühle und für den ich mich hier noch mal hochoffiziell und hochgerührt bedanken möchte!

Neben der ungläubigen Frage, wie ich so was bloß verdient habe, habe ich mir natürlich auch überlegt, an wen ich ihn weitergeben will. Es sind:

Anaj und Garnprinzessin.

Anaj, uns allen bekannt als funkelfeine Filzerin und wildwollige Spinnerin, fasziniert mich mit ihren Arbeiten immer wieder. Garnprinzessin kenne ich auch noch nicht so lange, war aber gleich begeistert von ihrem witzigen, luftigen Blog und ihren spannenden Spinn(undsoweiter)Berichten.

Eigentlich würde ich den Award auch noch an etliche andere vergeben, aber so schwer es dem Wollmops auch fällt, eine Auswahl muss nun mal getroffen werden.
Euch allen da draußen frohes Schaffen und sonnige Tage!

Freitag, 23. Mai 2008

Bilderrätsel


Was ist das?
Eine unfertige Ziegelmauer aus Strick? Wasserstraßen auf Holzboden? Blauwürmer zwischen Strickplatten?

Falsch. Es ist ein Schal. Oder es soll mal einer werden. Die geheimnisvolle Werkstatt vom Wollmops brütet wieder mal was aus, von dem noch keiner weiß, ob es auch gelingen wird. Aber so geht mir das irgendwie dauernd mit meinen eigenen Entwürfen. Manchmal werden die Sachen genau so, wie ich sie mir ausgemalt habe; manchmal werden sie anders, aber trotzdem schön; und manchmal werden sie einfach nix. Dann muss redesignt werden. Oder aufgetrennt.

Eigentlich wollte ich ja ein anderes Projekt vorstellen, an dem ich auch gerade arbeite, aber da klappt jetzt kurz vor Schluss was nicht, also wird halt der Schal Wasserziegel zuerst gezeigt. Und was heißt schon gezeigt – man sieht ja noch kaum was. Orange Fäden werden eine entscheidende Rolle spielen, und solange die noch nicht dran sind, ist das Designobjekt bloß ein Haufen Strippen mit Blöcken. In Hellblau.

Dann macht sich der Wollmops also lieber wieder an die Arbeit. Bis später!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Verliebt!!!


Wenn man verliebt ist, muss man das ja meist der ganzen Welt mitteilen, und wenn man wie ich fest verbandelt ist mit einem Menschen, hat man Glück, wenn man sich nur in Bücher verschossen hat. Somit sind keine Eifersuchtsszenen, Nervenzusammenbrüche oder Selbstmorddrohungen zu erwarten. Nicht mal, wenn man es selbigem fest verbandelten Menschen jubelnd unter die Nase reibt, wie glücklich man mit der neuen Eroberung ist.

Noch schöner ist so eine Verliebtheit, wenn sich schon ahnen lässt, dass sie weitere nach sich ziehen wird. Und wenn diese Sehnsucht dann nicht gleich erfüllt wird, darf man auch noch die typische süße Qual erleben, die ...
Ach, Ihr wollt wissen, wovon ich hier so lang und breit schwafle? Na, von meinen neuen Strick- und Spinnbüchern natürlich! Nach einem entzückten Tanz im schier endlosen Musterreigen von Lace & Eyelets bin ich gestern tief in Intertwined versunken, mit offenem Mund staunend über die wahrlich wundersamen Garnkreationen, die sich da über Gottes Erdboden ringeln. Und zu was man alles mögliche außer Garn verstricken kann, findet sich im unglaublichen Contemporary Knitting.

Nun wird mir immer klarer, dass im Sommer das Spinnrad her muss. Eins für dünnen, aber auch für ordentlich dicken und verrückten Faden. Wird’s so was überhaupt geben? Sind Spinnräder möglich? Na, Spinnereien auf jeden Fall – seufzt der verliebte Wollmops und kugelt sich einmal quer durchs ganze Zimmer.

Dienstag, 20. Mai 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 21/2008


Das Wollschaf hat heute mal wieder eine besonders schöne Frage:

Wenn ich mich so durch die Blogs klicke, fällt mir auf, dass ich nicht überall gleich gerne lese- was nicht am Inhalt liegt. Darum meine Frage: Wie ist ein Blog, den (oder das?)du gerne liest? Viele Smilies oder wenige? Schriftgröße? Textlänge? Bilder? Hintergrundfarbe? (etc. und natürlich auch Inhalt)

Herzlichen Dank an Wassilissa für die heutige Frage!

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Der Wollmops überlegt nicht lange, sondern weiß gleich:
Ein Blog, das mir gefällt, hat wenige Smilies, blinkt nicht herum, zeigt mir schöne stehende Bilder und ein bis zwei Diashows. Die Texte können ruhig etwas länger sein, dann aber mit lesefreundlichen Absätzen unterteilt, die Schrift wünsch ich mir nicht zu groß, nicht zu blass, nicht zu klein, nicht zu schrill und nicht mittig oder blocksatzig, sondern rechtsbündig. Und nicht hell auf dunkel, da fliegen mir nämlich irgendwann lauter Mopssternchen vor den Augen rum.

Eine schöne Gestaltung spricht mich extrem an, und auch ein gelungener Sprachstil kann mich magisch anziehen: witzig, fantasievoll, ironisch, schräg, so was les ich gerne. Toll finde ich auch Blogs, deren BetreiberInnen sich die Mühe machen, mit Bildergeschichten ein besonderes Verfahren zu erklären.

Spannend sind für mich Blogrolls, durch die ich mich in einer freien Minute durchklicken kann, nett ein kleines Porträt der/des Verantwortlichen, unerlässlich ordentliche Kategorien. Viel bunte Werbung oder Logos an den Seiten können ziemlich irritieren, weil da leicht das Zentrum – der eigentliche Bloginhalt – dagegen verblasst.
Und einfach herrlich, wenn der/die BloggerIn oft was zu sagen hat. Muss ja nicht viel sein. Äh, wobei mir einfällt, dass ich eigentlich öfter bloggen wollte ...

Sonntag, 18. Mai 2008

Mustersuche


Als Abwechslung zur tranzluzenten Spinnerei werkele ich jetzt an einem Schal in "Wasserfarben", der einem der von mir gefärbten Knäuel entspringt. Erst habe ich mir einen Wolf nach dem passenden Muster gesucht, dann einen nach dem passenden Kontrastgarn.
Ich möchte nämlich was Grünes drinhaben, und zwar nicht irgendwas Grünes, sondern was seidig Glänzendes, leuchtend Grasiges. Und? Finde ich dieses dringend benötigte Garn in meinem nicht unerklecklichen Wollvorrat? Nein, natürlich nicht.
Weder mein Liebster noch ich können begreifen, wie es möglich ist, so viel Wolle zu Hause zu haben und trotzdem das Richtige nicht aufzutreiben. Es ist ein Rätsel, und es gibt nur eine Lösung: Wolle kaufen!
Das ist natürlich ... bedauerlich. Wolle kaufen wollte ich erst wieder nach dem Urlaub, und nun sehe ich gequälte Kreatur mich doch tatsächlich gezwungen ...

Apropos Urlaub: Wir fahren wie jedes Jahr auf Amrum und können es wie immer kaum erwarten. Nein, eigentlich noch weniger. Glücklicherweise ist es in drei Wochen so weit! Ein Seufzer der Erleichterung schwappt durch unsere Zimmer, wenn wir daran denken: nur noch drei Wochen. Das muss doch irgendwie zu schaffen sein.
Was auch unbedingt zu schaffen sein muss: Mir die richtigen Strickprojekte für die Insel auszusuchen. Die Sache will schließlich wohl überlegt sein. Momentan denke ich, dass ich dort den gleichen Schal noch mal machen werde, allerdings mit diversen Abweichungen. So werde ich für den zweiten das Muster leicht variieren, außerdem spielt die Wolle nicht im grünen, sondern im rötlich-orangen Bereich, und glücklichlicherweise (!) habe ich da die Kontrastwolle schon.

Manchmal meint es das Leben eben gut mit einem.

Dienstag, 13. Mai 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 20/2008


Das gesundheitsbewusste Wollschaf hat heute gefragt:
Hat euch das Stricken schon mal krank gemacht (habt ihr euch z.B. mit Nadeln verletzt) oder hattet ihr Schmerzen nach dem Stricken? Was macht ihr dann, pausieren oder weiter auf Biegen und Brechen? Oder wenn der Arzt Pause verordnet, seid ihr dann ein guter Patient? Wie lange haltet ihr das aus?
Vielen Dank an Jana für die heutige Frage!

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Der Wollmops hat überlegt, sich einmal ächzend gestreckt und meint dazu: Na ja, Verspannungen sind meinen Mopsschultern nicht unbekannt! Stricken und Spinnen mit der Handspindel kommt da zum täglichen Lektorieren am Computer noch hinzu. Mir hilft da nur tüchtig Paddeln im Schwimmbad und meine morgendliche Gymnastik. Beides stärkt den Rücken aufs angenehmste und zaubert so manchen Muskelschmerz weg.

Glücklicherweise hab ich sonst mit keinen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Nicht wie meine Strickfreundin Patrizia, die dank eine Karpaltunnelsyndroms ewig nicht stricken durfte. Wenn ich merke, dass es mal zu sehr spannt, zück ich eben mein Entwurfsbuch und mache stattdessen ein paar Skizzen; außerdem muss ich sagen, dass meine Gedanken zwar sehr viel ums Stricken und Spinnen kreisen, ich das aber bei weitem nicht stundenlang betreibe. Wenn ich so manches Pulloverkunstwerk von Euch anderen sehe, denke ich mir oft, dass ich laaange nicht so viel stricke wie Ihr.

Gesunde Grüße an alle, die viel oder wenig stricken ;o)

Samstag, 10. Mai 2008

FarbRausch, die zweite


Nein, gefärbt hab ich nicht schon wieder. Das hier sind die auf Strang gewickelten Garne. Momentan bin ich voll damit ausgelastet, meine wunderbaren gefärbten Kammzüge zu verspinnen. Ich bin schon so gespannt, wie das dann aufgewickelt und wie es verstrickt aussieht.
Der Kammzug hat sich im Färbeprozess ganz ganz leicht außen rum angefilzt, aber durch gründliches Auflockern vorm Spinnen lässt sich das bewältigen. Ist das normal, dass da leichte Filzungen entstehen oder hab ich was ganz Grundlegendes falsch gemacht? Ich meine, ich habe sämtliche Flüssigkeiten immer nur vorsichtig ausgedrückt, selbstverständlich nie gewrungen oder gerubbelt. Trotzdem gibt’s ja da vielleicht irgendwelche ultimativen Tricks?

Was ich wirklich faszinierend finde, ist der Farbverlauf beim Spinnen. Bei den grünlichen Stellen habe ich z.T. das Gefühl gehabt, dass der Faden von innen leuchtet, ein wundervoller Anblick! Und je mehr ich meine Handspindel drehe, vor allem mit diesem Zauberfaden, desto größer wird mein Wunsch nach einem Spinnrad.
Neulich hat mir eine gute Freundin das alte Spinnrad ihrer Mutter überlassen, ein tolles altes niedriges Teil – das leider kaputt ist. Sogar ich als Spinnrad-Laiin hab inzwischen vermutlich rausgefunden, woran es hapert. Und natürlich weiß ich auch, dass Anfänger/innen empfohlen wird, auf einem richtigen, garantiert funktionierenden, problemlosen Teil zu beginnen.
Ja, und das werde ich auch. Ich glaube, im Sommer ist es so weit. Wir fahren für eine Woche nach Wien, und dort gibt es diesen Spinnradladen ...

Sonntag, 4. Mai 2008

FarbRausch!!!

Farbrausch! Zwischen Gummihandschuhen und Essigwasser, Brauseduft und Plastiktöpfen.
Farbrausch: pink, flieder, altrosa, rosenholz. Orange, lachs, zimt. Frühlingsgrün, oliv, maigrün, lindgrün. Mint, türkis, wasserfarben. Ein Regenbogen auf Wolle.

Praktische Details:

12 Stränge, 100 g und 50 g, reine Wolle, Docht- und Kammgarn, dick und dünn. Dazu zweimal 100 g Kammzug. Farben: Kool-Aid. 2 Gummihandschuhe, 2 Pinsel, unzählige aufgehobene Eisverpackungen für die Farben, 5 Riesenpötte zum Einweichen. Etwas Essigessenz, auf Essig runterverdünnt. 4 Bleche und 2 Ofenwannen. 1 Stunde Umluft bei 80° C. 1 Wäscheständer. 1 große Plastikplane zwei auf vier Meter, in 2 Stücke geteilt, eins auf den Tisch, eins unter den Wäscheständer. Ein paar alte Zeitungen. 1 Schürze, Arbeitsklamotten, 2 alte Handtücher. Etliche Liter Wasser und 1 Schwammtuch. 5 Stunden Zeit. 1 Neugier und etliche spontane Impulse.

Ergebnis: Das da!!!






Wenn einen so was nicht glücklich macht, dann weiß ich auch nicht ... ;o)

Donnerstag, 1. Mai 2008

Umgefragt: Wie hast Du stricken gelernt?


Zuerst das Wichtigste: Es gibt niemanden, der nicht strickt.
Na ja. Das ist vielleicht ein bisschen verkürzt formuliert. Sagen wir mal: Es gibt niemanden, der nicht strickt und gleichzeitig diesen Blog liest und an der Umfrage teilgenommen hat.

Stattdessen haben alle irgendwann stricken gelernt. Die meisten von irgendwem in der Familie. 60 Prozent haben die Nadeln von Oma, Mama, Tante, Schwester oder dem strickenden Ausnahmeopa in die Hand gedrückt bekommen.
Immerhin 36 Prozent haben die Freuden der Nadel im Handarbeitsunterricht aufgeschnappt – wobei natürlich fraglich ist, wie viel da wirklich Freude war und wie viel Garnquälerei. Und ganze 11 Prozent können bezeugen, dass Bücher Ausgangspunkt für ihr Strickwissen waren.

Von mir ist ja in weiten Kreisen bekannt, dass ich Handarbeitsunterricht gehasst habe. Nein, warte, das stimmt nicht. Ich habe ihn GEHASST. Ja, das triffts eher. Ich hätte viel lieber Werken gehabt, obwohl ich sonst nicht so die klassische Bäumekletterin war. Aber in puncto Werken hätte ich schrecklich gern mit den Jungs getauscht. Glücklicherweise gabs das dann später im Gymnasium doch noch für Mädchen.
Auf jeden Fall hätte ich im Handarbeitsunterricht niemals stricken gelernt. Das musste mir schon meine Ami (sprich, meine Oma) beibringen, und damit liege ich wieder mal im breiten Mittelfeld.
Ganz anders als die eine Stimme, die bekanntgibt, dass sie schon mit 3 Jahren die Nadeln halten konnte und mit 7 die ersten eigenen Lacemuster entworfen hat. Mannomann, alle Achtung! Ähm, könntest Du dann demnächst mal bei mir vorbeischauen und mir noch den einen oder anderen Kniff zeigen? Das wär echt klasse, meint

Euer fröhlicher Wollmops