Dienstag, 2. September 2008

Umgefragt: Stricken als Frauensache


Kann Stricken eigentlich peinlich sein?
Laut 7 Stimmen, die sich in der jüngsten Wollmops-Umfrage gemeldet haben, durchaus. Grund: Stricken wird auch heute noch als Frauensache verortet. Frauen, die sich nicht gern als "strickendes Weibchen" abqualifizieren lassen möchten, können da schon manchmal in Erklärungsnot geraten.

Oder auch nicht. Die mit 35 Stimmen stärkste Gruppe findet nichts dabei, in sich Elemente zu vereinen, die einerseits eher der Männer-, andererseits der Frauenrolle zugeschrieben werden.
Auch die 10 bekennenden Haushaltsfans fühlen sich nicht im Zwiespalt.

Anders als die eine Stimme, hinter der sich ein strickender Mann verbirgt. Der bekommt offenbar ab und zu durchaus Probleme mit seinen Nadeleien. Nicht per se, darf man vermuten, sondern mit dem Rest der Welt.

Der Wollmops findet sämtliche Seelenzustände der oben beschriebenen Art höchst verständlich. Selbst eigentlich eine Vertreterin der Computergames-und-Stricken-Fraktion, die auch im Zug und im Restaurant strickt, wenn die Finger was zu tun brauchen, habe ich mich doch am Anfang erst mal dazu durchringen müssen. Damals war mir echt peinlich, dass ich als fröhliche Rollenrebellin plötzlich etwas vertreten musste, das voll in die Rolle passt. Es war ziemlich interessant (und amüsant), mir selber dabei zuzuschauen, wie ich allmählich mit der ungewohnten Situation zurechtkam.

Aber Ihr wisst ja: der Wollmops lernt gern. Heute macht es mir Spaß, dort und zu dem Zeitpunkt zu stricken, wo und wann es mir eben gefällt, und wenn dabei noch ein kleiner Verblüffungsschauer durch eventuelles Publikum läuft, nehme ich das mit wölfischem Grinsen in Kauf.

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