Sonntag, 23. November 2008

Umgefragt: Was wird von StrickerInnen noch gehandarbeitet?




Doch, doch, die Verbform stimmt schon: gehandarbeitet. Als Lektorin hab ich meinen Online-Duden ja immer griffbereit und für alle Fälle noch mal nachgeschaut. Und gehandarbeitet ist tatsächlich das Perfekt von handarbeiten – und wird seitens Duden fein von handgearbeitet unterschieden.

Bei unseren Produkten läuft das zuletzt natürlich aufs Selbe raus. Wir handarbeiten, um am Schluss handgearbeitetes Gehandarbeitetes in Händen zu haben.
Die Frage war – vor langer Zeit gestellt und von 52 Leuten beantwortet –, was genau unsere Hände außer Stricken in Atem hält.

Also, zuallererst ist das mal das Nähen. Ganze 63 Prozent bekennen sich dazu. Dicht gefolgt wird es von Häkeln (50 Prozent). Schon rund 20 Prozent weniger sind’s noch beim Filzen; und – also wirklich, Leute – nur noch 34 Prozent beim Spinnen. Bei beiden hatte ich mir einiges mehr erwartet, kommt’s mir doch manchmal so vor, als würde jede zweite Strickerin filzen oder spinnen. Oder beides.
StickerInnen sind jedenfalls nur noch 28 Prozent unter uns – leicht übertroffen von den 30 Prozent, die gerne Wolle färben.
Toll fand ich, dass neben Weben (7 Prozent) immerhin gleich viele auf „Occhi/Klöppeln“ geklickt haben. Mit dem Gedanken ans Klöppeln hab ich als junges Mädchen immer wieder mal gespielt. Genau wie mit dem ans Teppichknüpfen. Aber für Letzteres hat sich bei dieser Umfrage absolut niemand entschieden. Schade. Immerhin stellen 5 Prozent gerne Kuscheltiere her.

Der Wollmops ist abgesehen vom Stricken ein entschiedener Spinner. Auch wenn das im Moment ehrlich gesagt etwas brachliegt. Denn vor lauter Versuchen, mich für ein Spinnrad zu entscheiden, rühr ich die Handspindel nicht an. Zu sehr sehne ich mich nach meinem ersten richtigen Spinnrad – und diese Woche geht’s zu einer Münchner Spinnerin zum Ausprobieren. Zusammen übrigens mit meiner Freundin Monika, die bei der Umfrage sicher mindestens Filzen und Spinnen ausgewählt hat.
Auch ich hatte schon gaaanz tolle Filzdesigns entworfen. Bis ich’s dann zum ersten Mal probiert – und mich nur gelangweilt habe. Peinlich, peinlich. Da hatte ich mich so drauf gefreut, und dann entpuppe ich mich als Filznulpe. Na, man kann nicht alles haben. Oder mögen. Oder machen. Immerhin färbe ich schrecklich gern Wolle und werfe ab und zu eine Häkelnadel oder die Nähmaschine an. Das muss dann auch mal genügen.

Kommentare:

Wollhuhn hat gesagt…

Wenn ich mich länger mit der Handspindel beschäftigt hätte, hätte ich vermutlich nie ein begeisterter Spinner werden können. Ich finde das Spinnen mit der Handspindel nämlich zum Gähnen langweilig *g*

Viele liebe Grüße und hoffentlich findest Du bald das passende Rad!
Tanja

Der Wollmops hat gesagt…

Danke, Tanja,
für den lieben Wunsch!
Sooo langweilig finde ich die Handspindel zwar nicht, aber bei manchen Sachen mag ich einfach Geschwindigkeit. Außerdem liebe ich Vorrichtungen ... vom Spinnrad bis zum Computer. In diesem Sinne:
spinnerte Grüße ;o)
vom Wollmops