Dienstag, 30. Dezember 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 1/2009



Das Wollschaf eilt uns bereits ins neue Jahr voraus ("1/2009"!) und fragt genau zum richtigen Zeitpunkt:

Mich würde mal interessieren was sich die Leute strick- und handarbeitstechnisch so vorgenommen haben für das Neue Jahr - und ob überhaupt!
Herzlichen Dank an Birgit für die heutige Frage!

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Oh, là là, selbst wenn ich gerade voll auf der Mopsschnauze liegen würde, müsste ich diese Frage beantworten! Denn: Kein neues Jahr ohne neue Vorhaben!

Erstens: tausend tolle Garne spinnen. Okay, vielleicht werdens nur 243, aber auf jeden Fall ein Riesenhaufen. Da ich grade erst mit dem Spinnradspinnen begonnen habe, bin ich noch nicht so weit ausdifferenziert, dass ich sagen könnte: 5 ThickandThins, 14 in Grüngelbgold ... aber macht ja nix. Lassen wir uns einfach überraschen!

Zweitens: Sachen FERTIGMACHEN! Und zwar nicht im Sinne von "vernichten"! Nein, fertig im Sinne von fertig. Abschluss, Ergebnis! Schon jetzt für meinen Weihnachtsurlaub hab ich mir vorgenommen, einen Pullover zusammenzunähen, der das eigentlich bereits vor genau einem Jahr erleben sollte.

Drittens: Wolle aussortieren und loswerden! Ein GANZ großer Punkt. Schließlich kann ich nicht ewig Regale anbauen, so eine Wohnung hat bekanntlich nur begrenzten Platz.

Viertens: Endlich einen Fotoscheinwerfer anschaffen, damit ich neue Fotos von meinen Sachen machen kann, damit ich die wiederum bei Dawanda einstellen und damit schlussendlich Platz gewinnen kann. (Bei so langen und komplexen Gedankenverkettungen kommt der Wollmops fast schon ins Schleudern ...)

Fünftens: Dieses Jahr rechtzeitig für Frühjahr und Sommer stricken. Nicht erst, wenn beides schon da ist und die Leute schon für Herbst und Winter einkaufen möchten.

Sechstens: sicher noch so einiges an speziellen Strickideen, aber, Leute, dafür hab ich nun grad so gar keinen Kopf, Ihr wisst ja, wie laut ein Spinnrad schnurren kann, und so ein Lärm ist einfach wahnsinnig ablenkend ... äh, was wollte ich grade sagen?

Montag, 29. Dezember 2008

Mal wieder manisch ...



Jetzt bloß keine Panik! Bloß die Ruhe bewahren und immer eins nach dem anderen!

Ja, leicht gesagt. Aber was machst du, wenn du so viele Ideen im Kopf hast, dass du mit Aufschreiben gar nicht mehr nachkommst? Klar: trotzdem so schnell wie möglich notieren und als Vorrat für später anlegen, wenn mal wieder alle Ideen fehlen und du mit hängendem Kiefer dein Wollregal anstierst.
Dennoch, gestern hab ich irgendwie ein ... enges Gefühl im Kopf gekriegt, als ob sich da im Schneeballsystem was vervielfältigen und alles immer voller würde. (Wer Harry Potter liest, denke einfach an die Schatzkammer der Lestranges, wo sich bei Berührung alles zigfach vermehrt. Puh!)

Entgegen der einen oder anderen Vermutung ist das hier keine schlecht verborgene Art der Prahlerei. Manchmal habe ich viele Ideen, manchmal eben gar keine. Kenn ich alles. Aber manchmal, so wie gestern, wird’s mir echt ein bisschen unheimlich. Ich guckte am Abend noch einen schwedischen Krimi, und da brachen bei mir plötzlich sämtliche Dämme. Gerne hätte ich mich damit getröstet, dass ich wahrscheinlich in 'nem früheren Leben Schwedin war, aber leider glaube ich nicht dran. Pech, in dem Fall.
Glücklicherweise trifft in Kürze wenigstens ein größerer Farbkasten mit 72 Stiften bei mir ein, damit ich alles noch präziser aufzeichnen kann. Schon wird's in meinem ersten Ideenbuch allmählich knapp mit dem Platz, das nächste Skizzenbuch liegt schon bereit.

Ja, es liegt schon bereit. Bloß dass nach manischen Phasen wie diesen meist die mit dem hängenden Kiefer folgen. Na, mal sehen, jetzt werde ich mich erst mal ganz vorsichtig meinem Ideenbuch nähern und schauen, was mir da alles für Garne eingefallen sind. Und was davon ich als Erstes anpacken werde.

Ach Moment, da fällt mir doch ein, heute beim Spazierengehen war da diese Hecke mit efeuartigem Bewuchs, über der vertrocknete Blütenstände schwebten ... Könnte man das nicht irgendwie in ein Garn oder eine Strickerei umsetzen ...? Freude schöner Götterfunken – schon geht’s wieder los!

Samstag, 20. Dezember 2008

Gargh Yarn




Und heute berichten wir live aus der Wollmops-Werkstatt von einer hitverdächtigen Neuerung im Garnbereich, die in Kürze die ganze Welt erschüttern wird: Gargh Yarn!
Damit auch Sie in den Genuss der einzigartigen Herstellungsformel (freeware) kommen, hier eine Anleitung zum Selbermachen.

Nehmen Sie rosa Kammzug und verspinnen Sie ihn zu einem relativ gleichmäßigen Faden. Tipp: Lassen Sie gelegentlich fliederfarbenen Kammzug miteinfließen, um die Wirkung zu steigern!
Versuchen Sie dann, Ihren rosa Faden mit einem weißen ThickThinYarn zu verzwirnen. Der Effekt wird Sie in die Knie zwingen: Sie haben Ihr erstes Gargh Yarn gesponnen! Eine weiß-rosa Scheußlichkeit, die Ihnen sowie all Ihren Freunden sofort die Tränen in die Augen treibt. Und das schon nach einsekündiger Betrachtung!

Versäumen Sie nicht den neusten Trend – spinnen auch Sie ein Gargh Yarn!
Zu unerwünschten Nebenwirkungen (unterdrücktes Würgen – häufig, Axthiebe auf das Spinnrad – gelegentlich, Auswandern nach Kanada – selten) und Wechselwirkungen mit Kardiermaschinen fragen Sie bitte Ihren Woll- oder Spinnradhändler.

Wir wünschen Ihnen jedenfalls viel Erfolg!

Dienstag, 16. Dezember 2008

Traveller und die ersten Garne

Oh Leute, heute muss der Wollmops schon wieder jubeln! Schaut nur, meine ersten richtigen Garne!!

Diese Bilder zeigt meine erste Verzwirnung auf meinem Traveller, bestehend aus zwei Garnen, die ich im Frühjahr auf der Handspindel gesponnen und dann an meinem ersten Färbe-Wochenende im Frühsommer gefärbt hatte.
Und im Folgenden seht Ihr meinen ganzen Stolz (auch wenn ich in 5 Jahren drüber lächeln werde): mein erstes ArtYarn!!! Von dem obigen Garn war auf einem Knäuel noch was übrig, das hab ich kurzerhand mit meinem ersten DickDünnGarn vom Traveller verzwirnt (und mich dabei an „Intertwined“ zu orientieren versucht) – und das war gar nicht leicht! Trotzdem hab ich's irgendwie geschafft und werde wahrscheinlich ein Stirnband draus machen. Sollte sich grade so ausgehen, sind nämlich nur 37 fluffige Gramm. Aber auch das finde ich gar nicht schlecht, war das doch erst mal ein Versuchsballon.










Eins steht fest, wenn ich nicht arbeiten müsste, würd ich glatt den ganzen Tag spinnen. Aber nicht mehr lang, dann geht das ja: in meinem Weihnachtsurlaub.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Schluss mit Warten!

Schluss mit Warten, denn es ist da: mein Ashford Traveller.
Und es ist nicht nur da. Es ist bereits gewachst, zusammengebaut und wird natürlich eifrig besponnen. Und es ist, wie nicht anders zu erwarten, wunderbar!!

Der Doppeltritt geht mir vom Fuß, als hätte ich nie einen Einfachtritt gewollt, und eine gewisse Gleichmäßigkeit hat sich beim Treten auch schon eingestellt. Ich habe mich an einem gleichmäßigen dünnen Faden versucht, ein DickDünnGarn in Weiß ausprobiert und sitze jetzt an einem unregelmäßigen Faden aus einer meiner Kammzugfärbungen. Stundenlang könnte ich einfach nur sitzen und sanft vor mich hinpedalen, während meine Augen den faszinierenden Prozess verfolgen, der dafür sorgt, dass aus Fasern ein Faden wird.

Und jetzt muss ich aufhören zu schreiben und noch was spinnen gehen ...

Dienstag, 9. Dezember 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 50/2008


Und heute interessiert sich das Wollschaf dafür:

Eine Frage für diejenigen, die schon vor den Zeiten des Internets gestrickt haben: Früher war Stricken etwas in der Familie oder im Freundeskreis. Durch das Internet ergaben sich ganz neue Möglichkeiten. Welche Möglichkeiten nutzt ihr und wie hat sich euer Strickverhalten dadurch geändert?

Herzlichen Dank an
Susanne für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat die Gedächtnissynapsen angezapft und meint dazu:
Als Erstes fallen mir da die Einkaufsmöglichkeiten ein. Ich liebe es, im Internet Wolle zu bestellen, die ich sonst nirgendwo bekommen würde. Oder Kammzüge, die ich sonst womöglich mühsam und Flickerl für Flickerl bei Kunst & Spiel aus Märchenwolle zusammenstückeln müsste. Von mancher Wolle habe ich auch erst über das Internet erfahren, dass es sie gibt: Rowan, Bliss, Noro, von den wirklich ausgefallenen gar nicht zu reden.

Was mir noch viel wichtiger ist: die regional übergreifende Strick- und Spinncommunity. Früher habe ich nämlich meine wenigen Strickobjekte nicht im Freundeskreis angefertigt – ich hatte nur ganz ganz wenige Freunde –, sondern einsam im stillen Kämmerlein. Obwohl ich heute viele Menschen kenne, die ich mag und die mich mögen, bin ich immer noch gerne allein ... aber habe jetzt die Möglichkeit, mich mit der Welt übers Stricken auszutauschen. Von mir völlig Unbekannten die tollsten Dinge zu lernen, ihnen Komplimente über ihre herrlichen Ideen und Produkte zu machen und mich aufgehoben zu fühlen. Einerseits für mich und doch verbunden zu sein.
Die Sachen, die ich selber mache, werden dank Internet natürlich auch von viel mehr Leuten gesehen als vorher. Gerade wir BloggerInnen profitieren von den gegenseitigen Streicheleinheiten aufs Angenehmste.

Dawanda ist ja auch Teil des Internets und hat mein Strickverhalten genau wie der Wollmops-Blog beeinflusst: Ich kann endlich einen Haufen kleine Strickstücke entwerfen, und langweile mich nie, da ich alles, was ich weitergeben möchte, irgendwann in freundliche Hände loswerde und so immer weiter entwerfen und stricken kann. Selber könnte ich das alles nämlich nie tragen, und egal, wie viele Freundinnen ich habe, nicht jede will jedes Jahr eine Mütze oder Stulpen von geschenkt kriegen.

Ja, der Wollmops liebt das Internet und seine Möglichkeiten. Darum auch von mir danke für diese kluge Frage!

Montag, 8. Dezember 2008

Nadelbruch



Da sitze ich so am Küchentisch, ins Gespräch mit Alfons vertieft, er macht mich auf etwas draußen vor dem Fenster aufmerksam, ich gucke neugierig raus, will auf die nächste Nadel im Nadelspiel wechseln und ... bruch! Ab ist der Bambusstick. Gegen den Tisch geknackt und sauber in zwei Hälften gespalten.

Glücklicherweise ist man als Wollmops gut ausgerüstet und auf (fast) alle Fährnisse vorbereitet. Eine kleinere Suchaktion förderte neue Drei-Komma-Fünfer in Metall zutage, damit die neuen Stulpen für die Großtante noch rechtzeitig vor Weihnachten fertig werden.
Bei der Übergabe der Stulpen „Zwilling“ an meine Tante letztes Wochenende schlugen die Wellen der Begeisterung in der Familienrunde hoch, und meine Großtante sprach sofort einen präzisen Weihnachtswunsch aus.

Gewünscht – gestrickt, da lässt sich der Wollmops natürlich nicht lumpen. Diesmal hab ich statt reiner Seide die etwas dünnere Tusshena in superzartrosa und altrosa gewählt. Denn meine Großtante möchte die edlen Armschoner gediegen zum Lesen im Bett tragen, wo die Nachthemdsärmel immer ein bisschen zu kurz sind. Und ich stelle mir eben vor, dass zum einen der Mohairanteil für einen noch höheren Kuschelfaktor sorgt und zum anderen die etwas dünnere Struktur besser geeignet, da biegsamer und noch anschmiegsamer als das dickere Seidengarn ist.

Na, mal sehen, ob Großtante Hildchen das auch so empfindet. Jetzt wird erst mal fleißig gestrickt ...

Freitag, 5. Dezember 2008

Zwillings-Zwischenspiel



Was tut der Wollmops, während er auf sein Spinnrad wartet? Stricken natürlich. Diese Stulpen "Zwilling" aus reiner dicker Maulbeerseide (Bezug von Wolland) in silbrigem Creme und einer Art dunklem Wasserton sind für meine wollallergische Tante bestimmt – die hier glücklicherweise nicht täglich mitliest.

Ich finde sie wunderschön: diese Farben und der satte Glanz des fetten Seidenfadens. Dazu passt das simple Muster nicht schlecht – die linke Übergangsreihe in der Mitte ist Absicht und erinnert mich ein bisschen an Perlen.

Äh – aber wieso überhaupt „auf sein Spinnrad wartet“? Tja!
Meine Freundin Monika und ich haben uns endlich entschieden. Sie sich für ein Tom, ich mich für ein Traveller. Monika spitzt anders als ich nicht unbedingt auf Art Yarn, drum konnte sie sich das Tom rauspicken. Hätt ich ja auch gern gemacht: das Tom Deluxe gefällt mir persönlich unglaublich gut. Aber da fehlt mir einfach die Aufrüstbarkeit. Zu schade!
So hab ich mich halt jetzt aufs Traveller verlegt, wo man von Turbo bis Jumbo bekanntermaßen alles andocken kann.

Ria von der FaseRia hat uns letzten Donnerstag Tür und Tor zu einem Probespinnnachmittag geöffnet. Liebe Ria, ganz herzlichen Dank noch mal – es war einfach eine Wucht und total lieb von Dir!
So saßen wir also zwischen Flauschehund und Wirbelwindkater zum ersten Mal an einem Doppeltritt – und stellten fest, dass wir viel besser damit zurechtkommen als befürchtet! Bis zu diesem Moment hatte ich, schon ganz aufs Traveller fixiert, ja damit gehadert, dass es das nur noch als Doppler gibt. Da haben mich die Stunden bei Ria wirklich extrem erleichtert. Doppeltritt macht Spaß! An einem traditional-ähnlichen Spinnrad hingegen war ich nicht so glücklich – irgendwie wollte mein Körper da nicht so richtig ranpassen. Auch das Louet mit seinem wuchtigen Schwung, der einerseits beeindruckend und weich, andererseits so schwer zu bremsen ist (für Designergarne nicht so günstig) war nicht so ganz mein Fall.

Also bete ich jetzt, dass die Lieferung aus Neuseeland noch rechtzeitig bei Traub eintrifft. Denn der Wollmops braucht das Spinnrad unbedingt zu seinem Weihnachtsurlaub – nach einem schwierigen Jahr die totale Entspannung.
Monika meinte: Na, wart’s ab, wahrscheinlich bringt dich das Spinnenlernen dann erst mal auf 180.
Mag sein. Aber lieber mit Spinnrad auf 180, also ohne auf Null. Findet Euer Wollmops.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 49/2008


Heute schickt das Wollschaf folgende Frage aus:

Hallo Wollschaf,
Mich würde interessieren, was das anspruchsvollste war, das jemand bisher gestrickt hat. Ob es Socken sind, ein Spüli oder ein mehrfarbiger Fair-Isle Pullover oder etwas ganz anderes.
Herzlichen Dank an Thomas für die heutige Frage!

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Der Wollmops hat überlegt und bellt dazu:
Gleich als Erstes fallen mir dazu die Stulpen ein, über die ich – ups – genau heute vor einem Jahr gebloggt habe, mit einem zig-mal gekreuzten Zopfmuster auf der Oberseite. So viele Verkreuzungen hatte ich bis dahin kaum erlebt. Wobei ... da denke ich doch gleich an die Mütze, mein erstes Zopfwerk überhaupt (übrigens, Kirsten, wie schon in meinem Kommentar zu Deinem Kommentar geschrieben, bitte melde Dich, wenn Du die Anleitung möchtest, ich hab keine Kontaktdaten von Dir). Die war WIRKLICH kompliziert. Und mit Fehlern in der Anleitung. Ich seh mich noch heute mit vor Anstrengung verkniffenem Gesicht tief über die Nadeln gebeugt in der Fensternische von Schloss Arnsberg hocken, wo ich damals gerade mit Monika war, und hör mich noch sagen: Warte, ich muss mich mal konzentrieren! Worauf wir beide angesichts der komplizierten Mützenverstrickungen ehrfurchtsvoll verstummten.

Eine andere Art von Anspruch stellen die Sachen nach meinen eigenen Entwürfen dar, wenn ich sie soundso oft wieder auftrenne und neu anpacke. Da ist halt dann auch Geduld gefordert. Und davon hab ich mal mehr, mal weniger.

Meine Fair-Isle-Versuche ... Na ja. Die haben solche Ansprüche gestellt und sind deshalb immer wieder mit Karacho in der Ecke gelandet, dass ich nie weit genug gediehen bin, um sie jetzt hier mitrechnen zu können.

Da stehen mir also noch ein paar Herausforderungen bevor. Gut so, findet der Wollmops.