Dienstag, 9. Dezember 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 50/2008


Und heute interessiert sich das Wollschaf dafür:

Eine Frage für diejenigen, die schon vor den Zeiten des Internets gestrickt haben: Früher war Stricken etwas in der Familie oder im Freundeskreis. Durch das Internet ergaben sich ganz neue Möglichkeiten. Welche Möglichkeiten nutzt ihr und wie hat sich euer Strickverhalten dadurch geändert?

Herzlichen Dank an
Susanne für die heutige Frage!
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Der Wollmops hat die Gedächtnissynapsen angezapft und meint dazu:
Als Erstes fallen mir da die Einkaufsmöglichkeiten ein. Ich liebe es, im Internet Wolle zu bestellen, die ich sonst nirgendwo bekommen würde. Oder Kammzüge, die ich sonst womöglich mühsam und Flickerl für Flickerl bei Kunst & Spiel aus Märchenwolle zusammenstückeln müsste. Von mancher Wolle habe ich auch erst über das Internet erfahren, dass es sie gibt: Rowan, Bliss, Noro, von den wirklich ausgefallenen gar nicht zu reden.

Was mir noch viel wichtiger ist: die regional übergreifende Strick- und Spinncommunity. Früher habe ich nämlich meine wenigen Strickobjekte nicht im Freundeskreis angefertigt – ich hatte nur ganz ganz wenige Freunde –, sondern einsam im stillen Kämmerlein. Obwohl ich heute viele Menschen kenne, die ich mag und die mich mögen, bin ich immer noch gerne allein ... aber habe jetzt die Möglichkeit, mich mit der Welt übers Stricken auszutauschen. Von mir völlig Unbekannten die tollsten Dinge zu lernen, ihnen Komplimente über ihre herrlichen Ideen und Produkte zu machen und mich aufgehoben zu fühlen. Einerseits für mich und doch verbunden zu sein.
Die Sachen, die ich selber mache, werden dank Internet natürlich auch von viel mehr Leuten gesehen als vorher. Gerade wir BloggerInnen profitieren von den gegenseitigen Streicheleinheiten aufs Angenehmste.

Dawanda ist ja auch Teil des Internets und hat mein Strickverhalten genau wie der Wollmops-Blog beeinflusst: Ich kann endlich einen Haufen kleine Strickstücke entwerfen, und langweile mich nie, da ich alles, was ich weitergeben möchte, irgendwann in freundliche Hände loswerde und so immer weiter entwerfen und stricken kann. Selber könnte ich das alles nämlich nie tragen, und egal, wie viele Freundinnen ich habe, nicht jede will jedes Jahr eine Mütze oder Stulpen von geschenkt kriegen.

Ja, der Wollmops liebt das Internet und seine Möglichkeiten. Darum auch von mir danke für diese kluge Frage!

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